Émile Ollivier: Seid gegrüsst ihr Winde

Roman. Rotpunktverlag, Zürich 1999, 192 Seiten, öS 248,-

Von Lydia Matzka
Hier das Meer. Da die Insel. Geschichten, die von der Flucht (nur weg von Haiti und seinem blutigen Regime) handeln. Erzählt wird aus zwei Perspektiven, die dann im letzten Kapitel zu einem Ganzen zusammengefügt werden.

"Es gibt Momente, die dem Leben seinen ganzen Sinn verleihen und unserem Dahintreiben eine neue Richtung geben." So sieht Leyda die Begegnung mit Amparo, einer quirrligen Kubanerin, die die Geliebte ihres Mannes Normand war. Leyda trägt immer noch den Schmerz über den Tod Normands in sich - und da taucht plötzlich diese Frau auf, selbst Flüchtling und ständig auf der Suche nach dem Glück, und erzählt ihr von den letzten Lebensstunden ihres Geliebten. Er war in Miami in ihren Armen gestorben, während Leyda in Ottawa noch nichts von dem Verlust ihres Mannes wusste.

Auch die zweite Geschichte handelt von Flucht und vom Verlust eines geliebten Menschen. Das Schicksal führt die beiden Erzählstränge am Ende zusammen.

Émile Ollivier thematisiert in "Seid gegrüsst ihr Winde" seine eigenen Erfahrungen der Flucht, des Unterwegsseins und des Nieankommens. Er stammt aus Haiti und lebt heute in Montréal. Ollivier wurde im französischsprachigen Raum mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Mit "Seid gegrüsst ihr Winde", einem mitreißenden Buch voller Gefühl und Sprachpoesie, wurde zum ersten Mal ein Roman von ihm ins Deutsche übersetzt.

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