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Misstöne

Venezuela diskutierte nach dem Wiener Neujahrskonzert 2017 die politische Haltung des Dirigenten Gustavo Dudamel.

Von Laura Vidal

Kann Kunst unpolitisch sein? Für viele Venezolanerinnen und Venezolaner in den sozialen Medien gehören Kunst und Politik zusammen. Der politische Konflikt in Venezuela setzt sich bis in die Kunstwelt fort. Zu den Diskussionen über die Definition von Demokratie, Moral und Gesellschaft kommt die Frage der Rolle des Künstlers bzw. der Künstlerin.

Die Diskussion ist nicht neu. Aber Anfang 2017 wurden die Debatten durch das Neujahrskonzert in Wien neu angefacht, da sich der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel nicht über die Politik in seiner Heimat äußern will.

Dudamel ist nicht nur für sein künstlerisches Schaffen bekannt, sondern auch als Vertreter von „El Sistema“. Das soziale Projekt versucht, benachteiligten Kindern durch die Musik Perspektiven zu geben.

Der enge Austausch zwischen zentralen VertreterInnen von „El Sistema“ und den Regierungen von Hugo Chávez und Nicolás Maduro machte Dudamel und andere zum Ziel harscher öffentlicher Kritik. Etwa von der selbst weit über die Grenzen Venezuelas bekannten Pianistin Gabriela Montero. Sie weist regelmäßig öffentlich auf Menschenrechtsverletzungen und die immer schlimmer werdende wirtschaftliche und soziale Lage in Venezuela hin.

Sollen Künstlerinnen und Künstler aktiv werden wie Montero oder „neutral“ bleiben wie Dudamel? Die Meinungen gehen auseinander. Manche attestieren dem Dirigenten fehlenden Mumm, andere sehen ihn als künstlerischen Botschafter, der – unabhängig davon wer regiert – das Land repräsentiert: „Dank Dudamel haben viele Musikfans weltweit gelernt, dass Venezuela mehr ist als Öl, Schönheitsköniginnen und korrupte Beamte. Ob sie wollen oder nicht, die ganze Bevölkerung, nicht nur das Chávez-Lager, profitierten davon“, so Fernando Mires, ein Blogger.

Die Venezolanerin Laura Vidal bloggt auf: www.globalvoices.com

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