„Mutter der Bäume“ gestorben

Im September starb Wangari Maathai, die unermüdliche Kämpferin für nachhaltige Entwicklung und Frauenrechte.

Von Michaela Krimmer
Als erste Afrikanerin erhielt Maathai den Friedensnobelpreis.

Bekannt wurde die mit 71 verstorbene Kenianerin durch die Grüngürtel-Bewegung, die sie 1977 gründete. Sie rief dabei Frauen auf, sich gegen die hemmungslose Abholzung der Wälder zu stellen und Kenia aufzuforsten. Frauen spielen bei der Bewegung eine Schlüsselrolle: Ihr nachhaltiger Umgang mit der Umwelt sichert den Erhalt der Bäume, deren Holz Frauen zum Kochen benötigen. Seitdem wurden in ihrer Heimat rund 30 Millionen Bäume gepflanzt. Ihr Einsatz für Bäume zum Erhalt der biologischen Vielfalt und als Wasserspeicher führte Maathai schnell zu den Themen Frieden und Demokratie. Denn eine nachhaltige Umweltpolitik sei ohne Demokratie nicht möglich, meinte Maathai. Sie setzte sich daher u.a. für die Meinungsfreiheit Oppositioneller ein, die die damalige kenianische Regierung unter Daniel arap Moi in den 1980er bis in die 1990er Jahre rigoros unterdrückte. In den 1990er Jahren wurde Maathai mehrmals inhaftiert und misshandelt.

Maathai war stets eine Pionierin: 1971 war sie nicht nur die erste Frau aus Kenia, die einen Doktortitel erhielt, sondern die erste Ostafrikanerin überhaupt. Im selben Jahr wurde sie die erste Professorin Kenias für Veterinäranatomie, später Dekanin ihres Fachbereichs an der Universität von Nairobi. 1984 erhielt sie den Right Livelihood Award, den so genannten Alternativen Nobelpreis. 20 Jahre später wurde sie auch mit dem Friedensnobelpreis geehrt – als erste Afrikanerin. Seit 2002 war sie stellvertretende Ministerin für Umweltschutz in Kenia. Sie erlag am 25. September in Nairobi einem langjährigen Krebsleiden.

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