Nicht fair

Von Redaktion ·

Dalai-Lama-Biographie
Thema Gewalt (1-2 und 3/2002)

Ich schätze vieles am SÜDWIND-Magazin, hier aber zwei Punkte des Unbehagens: 1. Es sollte zwar nicht, aber es kann durchaus passieren, dass man einmal ein falsches Buch empfiehlt. Aber gleich zwei? Und in beiden werden zwei große Weltreligionen aufs Übelste diffamiert! Was aber keineswegs passieren sollte, ist, dass der Kommentar der Gesellschaft für bedrohte Völker, der diese Fehler aufzeigt, im Unterschied zum Baatz-Beitrag um mehr als ein Viertel gekürzt wurde, weit mehr als dies aus Platzgründen notwendig gewesen wäre. Wichtige Teile, in denen vor allem diese SÜDWIND-Praxis kritisiert und Chinas brutale Tibet-Politik als Erklärung für vergleichsweise harmlosen gewaltsamen buddhistischen Widerstand erörtert werden, sind von der SÜDWIND-Redaktion ohne Rücksprache mit den Autoren einfach gestrichen worden. Ein solches Vorgehen finde ich nicht fair.
2. Ein ähnliches Unbehagen stellt sich bei mir ein, wenn ich Ralf Leonhards pauschale Diffamierung der Pazifisten lese. Er unterstellt nämlich, dass unter dem Vorwand der Verteidigung von Menschenrechten „selbst Pazifisten dem Krieg ihren Segen nicht verweigern können“. Mir ist keine einzige pazifistische Gruppe bekannt, die so etwas getan hätte, ja selbst die wenigen Noch-Pazifisten bei den deutschen Grünen leisteten erbitterten Widerstand gegen eine derartige Legitimierung eines Bombenkrieges gegen Unschuldige. Es gibt leider eine lange historische Tradition der militanten Linken (wie auch der Rechten), den Pazifismus auf diese Weise generell zu diskreditieren. Nur, in einer anspruchsvollen entwicklungspolitischen Zeitschrift haben solche Praktiken nichts verloren.

Karl A. Kumpfmüller, Friedensbüro Graz

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