Nicht Moral, sondern Politik

Seite eins 1-2/2000

Von Ellen David, 1150 Wien
Letztlich geht es um Umverteilung zwischen reich und arm, zwischen Nord und Süd. Entwicklungspolitik ist ein Instrument dafür, aber noch ein viel zu stumpfes. Als langjährige Leserin Ihrer Zeitschrift freut es mich, wenn Sie, wie in ihrer letzten Ausgabe einfordern, Entwicklungspolitik nicht nur als altruistisches Unternehmen zu begreifen. Weiters fordern Sie aber Entwicklungszusammenarbeit auch als etwas zu sehen, was wir uns leisten sollten, um globale Migrationsströme zu verhindern oder um Frieden zu garantieren.

Ich kann diese Argumentation aber nur teilweise teilen, denn was Sie vielleicht als moralisch klassifizieren, nenne ich politisch. Es ist Aufgabe von Entwicklungspolitik im Sinne globaler Gerechtigkeit für einen Ausgleich zwischen Reichtum und Armut zu sorgen. Das tun wir nicht für uns und sollten wir auch nicht so argumentieren.

Es gibt ein Recht des Südens auf Entwicklungspolitik, auf globale Umverteilung und auf einen Transfer von Technologie und Macht.

Nicht wir tun Gutes und sprechen darüber, oder wir tun uns was Gutes, sondern es gibt einen legitimen Anspruch auf globale Verteilungsgerechtigkeit und sowohl die Regierenden wie nicht-staatliche Einrichtungen haben dafür geeignete Maßnahmen zu setzen.

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