Noam Chomsky: Media Control

Wie die Medien uns manipulieren

Von Caroline Ausserer
Aus dem amerikanischen Englisch von Michael Haupt. Europa Verlag, Hamburg 2003, 256 Seiten, EURO 20,50

Medien kollaborieren mit den Mächtigen, daher bleibt wachsam! So könnte man die Aussage Noam Chomskys in seinem Buch „Media Control“ auf den Punkt bringen. Anschaulich und mit zahlreichen Beispielen aus der US-Außenpolitik untersucht der „wichtigste lebende Intellektuelle“ (New York Times), auf welche Weise Medien die Gedanken kontrollieren und wie staatliche Propaganda eingesetzt wird, um einen gesellschaftlichen Konsens herzustellen.
Chomsky stellt fest, dass US-Medien zumeist den offiziellen politischen Diskurs widerspiegeln und damit zu „Regierungsassistenten“ werden. Das „System der Gedankenkontrolle“ schafft es immer wieder, US-amerikanische Aggression als Selbstverteidigung zu deuten. Dieses auch beim Irak-Krieg gängige Argument hat in der US-Außenpolitik durchaus Kontinuität. So gelang es den Medien, die USA als „unschuldiges Opfer Vietnams“ darzustellen oder die gewaltsamen Eingriffe der USA in Mittelamerika in den 80er Jahren als „Verteidigung der Demokratie“ anzusehen. „Terrorismus ist, was man uns antut. Wenn wir anderen noch Schlimmeres antun, ist das kein Terrorismus“ – sondern ein „vom Verlangen nach Demokratie“ geleitetes Handeln. Manchmal müsse Demokratie eben mit Gewalt durchgesetzt werden, genauso wie manchmal Gewalt erforderlich sei, um den Frieden zu erzwingen.
Krieg ist Frieden, schon Orwell wusste das. Chomsky ruft in „Media Control“ (das neben einer umfangreichen aktuellen Einleitung ältere Texte beinhaltet) zu unabhängigem Denken auf, er plädiert für Unterricht in „intellektueller Selbstverteidigung“, um sich vor Manipulation und Kontrolle schützen zu können. In diesem Sinne: Bleibt wachsam!

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