Nur keine Angst!

Das Donaufestival 04 will eine Brücke zwischen Welten schlagen.

Von red
Verschiedenste politische Jahrestage können in diesem Frühjahr begangen werden: Vor zehn Jahren wurde die Apartheid in Südafrika offiziell abgeschafft, vor einem Jahr wurde der Irak-Krieg beendet, und am 1. Mai treten zehn Staaten der Europäischen Union bei – der größte Erweiterungsschub seit Bestehen dieser Gemeinschaft.
„Nur keine Angst!“ beschwichtigt das Donaufestival, und platziert am Cover ihres Veranstaltungskataloges auf einer Bank im heimischen Frühlingsambiente drei Personen, offensichtlich aus Osteuropa, Südafrika und eine „Hiesige“.
„Kunst bewertet nicht, Kunst öffnet, erklärt, verbindet. Und ist damit ein wesentlicher Partner auf dem Weg zu einem friedlichen, respektvollen und verständnisvollen Miteinander“, sagen Eva Hosemann und Stephan Bruckmeier, seit vier Jahren künstlerische Leiter des Festivals, das in dieser Zeit konsequent den Weg der Öffnung zu anderen Kulturkreisen gegangen ist.
„Wir glauben auf alle Fälle daran, dass Kunst eine Brücke sein kann zwischen Welten, im aufklärenden, aufrüttelnden, hinterfragenden und provozierenden Sinn. Wir glauben, dass die Globalisierung nicht aufzuhalten ist und dass Kunst und Wissenschaft dringend angehalten sind, sich darum zu kümmern, dass diese Globalisierung nicht nur im wirtschaftlichen und (macht-)politischen Bereich stattfindet“, erklärt Stephan Bruckmeier gegenüber dem SÜDWIND. Er freut sich über die große Akzeptanz, die die Internationalisierung des Festivals in der Öffentlichkeit und bei den Medien gefunden hat.

Einer der Höhepunkte des heurigen Donaufestivals führt uns mit Shakespeare nach Mosambik. Die österreichische Theatermacherin Renate Jett inszenierte das unsterbliche Drama vom Sieg der Liebe über den Hass im Südlichen Afrika mit einer 21-köpfigen Theatergruppe: „Romeu e Julieta“.
1983 hat der südafrikanische Dramatiker und Regisseur Mbongeni Ngema sein sozialkritisches Musical „Asinamali!“ („Wir haben kein Geld“) uraufgeführt: Fünf Häftlinge in einem Gefängnis des Apartheid-Staates erzählen einander mit Witz und Dramatik Szenen aus ihrem Leben. Im Vorfeld der Premiere am 29. April diskutieren Frauenaktivistinnen und Künstlerinnen aus Afrika, dem Mittleren Osten und Europa über Perspektiven und Probleme gesellschaftlicher Veränderungen.
Ihre Fan-Gemeinde wird sich jetzt schon freuen, die gewichtige Roma-Sängerin mit dem lasziven Timbre aus Tschechien, Vera Bila, wieder erleben zu können (22. 4., Krems). Die polnische Kultband Voo Voo ist hingegen zum ersten Mal in Österreich zu Gast.
Musik und Performances aus Mittel- und Osteuropa und dem arabischen Kulturraum und natürlich auch aus Österreich (mehrere Theater-Uraufführungen österreichischer AutorInnen) runden das Programm ab, ebenso wie Ausstellungen afrikanischer Künstler in Krems und Korneuburg.


Donaufestival 2004, vom 16. April bis 9. Mai, Spielorte Krems und Korneuburg. Programm über Tel. 02732/90 80 30, office@donaufestival.at, www.donaufestival.at, Karten: tickets@donaufestival.at

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