„ÖIE/Südwind ist seinen Prinzipien treu geblieben“

Ulrich Trinks, in seinem Hauptberuf Leiter der Evangelischen Akademie in Wien, war von 1979 bis 1984 ehrenamtlicher Obmann des Vereins ÖIE. Unerschrockene klare Meinungsäußerungen waren sein Markenzeichen, auch gegenüber „Mächtigen“ und „Geldgebern“. Aus dem beruflichen Ruhestand heraus beobachtet Ulrich Trinks heute interessiert die (entwicklungs)politische Szene.

Von B.P.
SÜDWIND: Was hat Sie bewogen, ganz am Anfang des ÖIE dessen Obmann zu werden?
Trinks:
Ich habe die Arbeit im ÖIE für eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe gehalten. Mein Herz gehörte besonders der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. Zwei Erfahrungen konnte ich einbringen: Meinen Einsatz für Minderheiten in Österreich und die Beteiligung bei der Gründung der Bewährungshilfe.

Was waren Ihre ersten Zielsetzungen als Obmann?
Ich sah meine Aufgabe darin, die sehr inhomogene Gruppe von Engagierten zusammenzuhalten. Es sollte gelingen, eine Bundesgenossenschaft für eine bestimmte Aufgabe zustande zu bringen, an der Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster politischer Gruppierungen in einer ihnen wichtigen Thematik arbeiten. Das war in Österreich etwas Neues und nicht einfach. Aber wir haben es gemeinsam geschafft.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung, die Ihr Kind ÖIE genommen hat?
Ich empfinde sie als außergewöhnlich positiv. Wichtigen Prinzipien ist der ÖIE/Südwind treu geblieben, allen voran der Ablehnung des Paternalismus gegenüber der Dritten Welt und die Betonung von Partnerschaft. Das kommt auch im SÜDWIND-Magazin gut zum Ausdruck. Und dass man sich gegenüber den Geldgebern nie verkauft hat, finde ich großartig. Ich kann zu diesem Jubiläum nur sagen: Herzliche Gratulation.

Zum Jubiläum kein kritisches Wort?
So weit ich es beobachte, besteht ein gewisses Problem darin, dass bei lang existenten Organisationen, das betrifft nicht nur den ÖIE/Südwind, ein wenig der Schwung heraußen ist.
Die Jugend sucht vielleicht neue Formen des Engagements: attac oder die Sozialforen etwa bewerte ich sehr positiv. Es wäre eine neue Aufgabe, auch in diesem Bereich Bundesgenossenschaften zur intensiveren Zusammenarbeit zu initiieren.

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