Oft und wenig

Von Irmgard Kirchner ·

Der Spendenbericht 2009 geht auf neue Entwicklungen in Österreich ein.

Für Österreichs Spendenwesen war 2008 ein besonderes Jahr: Die steuerliche Absetzbarkeit für Spenden wurde beschlossen und die weltweite Finanzkrise als solche erkannt. Noch ist es zu früh, die Folgen der Wirtschaftskrise auf die Spendentätigkeit exakt zu berechnen. Auf jeden Fall wurden im letzten Quartel 2008 noch sehr gute Eingänge verzeichnet. Insgesamt schätzt das Österreichische Institut für Spendenwesen (ÖIS) das Spendenaufkommen 2008 auf 430 Millionen Euro.

Ab 2009 soll die steuerliche Absetzbarkeit 32 Mio. Euro pro Jahr an Mehrspenden bringen. Zu diesem Schluss kommt eine umfangreiche Erhebung („Spendenstudie 2008“). Das Finanzministerium rechnet dadurch mit einem jährlichen Steuerentfall von 100 Mio. Euro.

Die Datenbank des ÖIS verzeichnete im Dezember 2009 1.107 Einträge von Spenden sammelnden Organisationen. Die größten Sektoren dabei: Entwicklungszusammenarbeit (26 Prozent), „Soziale Dienste“ (20 Prozent) und der Gesundheitssektor (14 Prozent).

Ende 2009 waren die Spenden an 387 Organisationen, die sich auf einer entsprechenden Liste befinden, steuerlich absetzbar. Nach wie vor wird kritisiert, dass im neuen Gesetz nur die Spendenzwecke Mildtätigkeit und Entwicklungszusammenarbeit steuerlich begünstigt seien, Umwelt, Tier- und Naturschutz hingegen nicht.

Die Steuerabsetzbarkeit erfolgt aus ÖIS-Sicht nach rein formalen Kriterien und ist noch kein Beweis für Qualität. Diesen erbringt das Spendengütesiegel der Kammer der Wirtschaftstreuhänder. 2009 wurde es an 205 Organisationen vergeben.

Auch wenn die Spendenbereitschaft der ÖsterreicherInnen 2008 gesunken und die Anzahl der regelmäßigen SpenderInnen rückgängig ist: Im internationalen Vergleich liegt die Alpenrepublik immer noch im Spitzenfeld. Zwei Drittel der ÖsterreicherInnen haben 2008 gespendet. Man spendet oft, aber kleine Beträge. Und am liebsten für Kirchen/Religionsgemeinschaften, den Tierschutz sowie die Katastrophenhilfe Inland. An achter Stelle steht die Katastrophenhilfe Ausland, an zehnter Stelle (hinter den Obdachlosen) die Entwicklungshilfe.

Für Entwicklungsorganisationen ist die Bedeutung von Spenden besonders groß: 2008 finanzierten die 20 größten Entwicklungsorganisationen Auslandsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 166 Mio. Euro zu 69 Prozent aus Spenden und nur zu zehn Prozent aus dem EZA-Bundeshaushalt (zwölf Prozent EU-Förderung).

www.spenden.at

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