Online die Medien-Übermacht herausfordern

Von Redaktion ·

Mexiko Mit 131 Menschen fing es an, und über die sozialen Medien weitete sich der Protest rasant aus: #YoSoy132 ist eine soziale Bewegung in Mexiko, die sich hauptsächlich aus Studierenden zusammensetzt. 

Sie entstand als Reaktion auf einen umstrittenen Wahlkampfauftritt des heutigen Präsidenten Enrique Peña Nieto an der „Universidad Iberoamericana“ im Jahr 2012. Während der Veranstaltung warfen Studierende dem PRI-Kandidaten vor, als Gouverneur des Bundesstaates México für schwere Menschenrechtsverstöße verantwortlich gewesen zu sein. Die Parteiführung ließ daraufhin über die PRI-nahe Fernsehanstalt Televisa verlautbaren, es habe sich bei den Kritikerinnen und Kritikern um von der Opposition bezahlte Provokateure gehandelt.

Um diesen Vorwurf zu entkräften, verfassten 131 Studierende eine Gegendarstellung, die sie auf YouTube veröffentlichten. Das Video wurde unzählige Male in den sozialen Medien geteilt, mit dem Solidaritäts-Hashtag „Ich bin Nummer 132“ wurde und wird nach wie vor der Protest gegen die Übermacht der Medienkonzerne (der PRI-nahe Medienkonzern Televisa kontrolliert gemeinsam mit TV Azteca 90 Prozent des Fernseh- und Rundfunkmarktes in Mexiko) und gegen die mexikanische Politik ausgedrückt. Der Unmut beschränkte sich nicht auf die virtuelle Welt: Über 50.000 Menschen demonstrierten alleine in der Hauptstadt. Die Regierung reagierte schließlich mit einer Reform zur Regulation des Mediensektors: Weder Televisa noch TV-Azteca dürfen sich künftig an der Neuausschreibung staatlicher Sendelizenzen beteiligen.

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