Organisierte Frauen

Die Wirtschaftskrise in Ecuador fördert die Selbstorganisation von Frauen. Österreichische Bäuerinnen besuchen im Herbst ihre Kolleginnen in den Anden.

Von Werner Hörtner
Die Krise im südamerikanischen Andenstaat, die im vergangenen Jänner zu einem Volksaufstand und zum Sturz des Präsidenten geführt hat, betrifft sowohl die Männer als auch die Frauen. Betrachtet man aber die Probleme der - vor allem indianischen - Bäuerinnen, kommt man zum Schluss, dass Armut eine Frauensache ist und die Frau zur Verwalterin der täglichen Krise wird.

Der Mangel an Land zwingt die Männer (Ehemänner und Söhne) häufig zur Abwanderung in die Städte, entweder vorübergehend oder ständig. Die Frauen müssen nun die Arbeiten auf dem Feld, die Stallarbeit und den Verkauf der Produkte übernehmen.

Elena Ipaz ist 28 Jahre alt und ledige Mutter. Als sie, wie so häufig, am Samstagmarkt von Otavalo in Heimarbeit gefertigte Produkte verkaufte, kam sie einmal mit einer Frauenorganisation in Kontakt, die den Bäuerinnen bei der Vermarktung ihrer Erzeugnisse hilft. Und so stieß sie schließlich zur FENOC-I, einem nationalen Dachverband bäuerlicher, indianischer und schwarzer Organisationen. An der Basis arbeiten dort sehr viele Frauen mit, doch in entscheidenden Positionen sind Frauen kaum vertreten. Elena Ipaz ist Leiterin des Frauensekretariats und Mitglied des Führungsgremiums der FENOC-I, die auch Mitglied von Via Campesina ist (vgl. das Interview mit Doris Gutiérrez, Generalsekretärin von Via Campesina, auf S. 6/7).

Ein Treffen mit Vertreterinnen dieser Dachorganisation ist einer der Programmpunkte der Begegnungsreise österreichischer Landfrauen nach Ecuador (s. auch Hinweis in oneworld.print). Der Erfahrungsaustausch zwischen Menschen, die sich sonst nie im Leben begegnen würden, wird sicher wohl für beide Seiten ein fruchtbares und unvergessliches Erlebnis werden.

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