Panama und die Drogen

Es stellt sich die Frage, wie die USA ihre Militärpräsenz in der Region in Zukunft aufrechterhalten werden.

Von Boris Kanzleiter

Mit dem Abzug der letzten US-Truppen im Dezember geht für Panama eine historische Epoche zu Ende. Der Jubel über das Erlangen "vollständiger Souveränität" ist über die Parteigrenzen hinweg groß. Dennoch sind mit der Schließung der US-Militärbasen auch zahlreiche Befürchtungen und Unsicherheiten verbunden. Vor allem stellt sich die Frage, wie die USA ihre Militärpräsenz in der Region in Zukunft aufrecht erhalten möchte.

Denn eines steht für alle Beobachter fest. Der Abzug der US-Armee aus Panama heißt nicht, daß die USA ihr Interesse an der Region verloren hätten. Im Gegenteil: Alles deutet darauf hin, daß das US-Verteidigungsministerium nach neuen Wegen sucht, US-Interessen in der Region auch militärisch abzusichern.

Offizieller Grund dafür ist der seit der Reagan-Ära mit großem Aufwand geführte "Kampf gegen die Drogen".

Das südlich an Panama angrenzende Kolumbien gilt als weltweit größter Kokainproduzent, das Land am Kanal selbst soll als Drehscheibe des internationalen Drogenhandels fungieren.

Doch es gibt noch andere Ursachen: Einerseits wollen die USA die Kontrolle über den geostrategisch noch immer bedeutsamen Kanal nicht ganz aufgeben. Andererseits stellen die beiden linksorientierten kolumbianischen Guerillaorganisationen FARC und ELN, die militärisch stärksten in ganz Lateinamerika, eine latente und wachsende Gefahr für US-Interessen dar. Dazu kommt, daß auch die politische Entwicklung in Venezuela und Ecuador der Lenkung durch Washington zu entgleiten droht.

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