Plan Colombia

Das insgesamt 7,5 Milliarden US-Dollar teure Projekt hat vorgeblich die Eindämmung der Drogenproduktion in Kolumbien zum Ziel.

Von Ralf Leonhard
Der Kongress der USA hat von ursprünglich vorgesehenen 1,7 Mrd. Dollar schließlich 1,3 Mrd. genehmigt. Davon sind allein 900 Millionen für militärische Ausrüstung und Ausbildung vorgesehen. Dieses Geld fließt großteils zurück in die USA: insgesamt 60 bewaffnete Transporthubschrauber (Black Hawk und Huey) sollen angeschafft werden. Mehrere Bataillone der kolumbianischen Armee werden von Ausbildnern der US-Army auf Vordermann gebracht. Vergleichsweise bescheidene 200 Millionen Dollar werden aufgeteilt auf die Bereiche Regierbarkeit, Wirtschaftsentwicklung, Menschenrechte und Justizreform. Rund 180 Millionen bekommen die Nachbarländer, um die erwarteten Flüchtlingsströme aufzufangen und das Ausweichen des Drogenhandels auf ihr Gebiet zu unterbinden.

Kolumbien selbst soll mit vier Mrd. Dollar mehr als die Hälfte der Last selbst tragen. Weltbank und Interamerikanische Entwicklungsbank haben mehrere hundert Millionen an weichen Krediten zugesagt und auch von der Europäischen Union wurde ein substanzieller Beitrag erwartet. Allerdings hat sich die EU entschieden, ihre Gelder nicht in den Plan Colombia zu stecken, sondern über unabhängige NGOs zu kanalisieren.

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