Proto-Tango

Von Werner Leiss

Daniel Melingo, Jahrgang 1957, ist ein argentinischer Sänger und Musiker, dessen Background im Rock zu finden ist. Auch mit Milton Nascimento hat er eine Zeit lang gespielt und war in der unabhängigen Theaterszene während der Militärdiktatur aktiv. Seit einigen Jahren widmet er sich allerdings intensiv dem Tango. Proto-Tango nennt er seine Interpretation. Was er damit meint, ist eine Rückführung des Tango Argentino zu seinen ursprünglichen Wurzeln. Zurück in die zwielichtigen Viertel von Buenos Aires. Uns so finden sich die entsprechenden Gestalten auch in seinen Texten wieder.

Der Meister selbst präsentiert sich dementsprechend. Eine Kunstfigur, ein schräger Dandy, der gerne mit Tom Waits, Nick Cave und Paolo Conte assoziiert wird. Mit seinem zweiten Album „Maldito Tango“ hatte er bereits großen Erfolg. Er bekam dafür den renommierten Tangopreis „Premio Gardel“. Auf seinem neuen Album setzt er den eingeschlagenen Weg fort. Die Band unternimmt gelegentlich jazzige Ausflüge in die Improvisation. Einmal ist der Grundton cool, dann wieder romantisch und hypnotisch. Auf „Fàbula“ ertönt ein Volksschulkinderchor, der im Duett mit Melingo einen köstlichen Underground-Kinderliedklassiker geschaffen hat.

Melingo
Corazón & Hueso
World Village, Vertrieb: Harmonia Mundi

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