Raul Zelik: La Negra.

Edition Nautilus, Hamburg 2000, 256 Seiten, öS 218,-.

Von Werner Hörtner
Ein Roman über das heutige Kolumbien, und eigentlich auch ein Roman aus Kolumbien, denn obwohl der Autor aus Deutschland stammt und den Hintergrund für diese Geschichte auf Reisen und bei längeren Aufenthalten in Kolumbien gesammelt hat, handelt es sich hier um eine durchaus authentische Erzählung, wie sie auch ein einheimischer Kenner der kolumbianischen Realität nicht glaubwürdiger hätte darstellen können.

Aus mehreren, parallel verlaufenden Erzählsträngen wird dieses "Kolumbien heute" zusammengesetzt: die Geschichten von Flacoloco aus Medellín, der für die Guerilla Sprengsätze bastelt und mit Theaterarbeit die Jugendlichen eines Randviertels "resozialisieren" will, von seiner brasilianischen Compa?era Luisa - La Negra - , die seine Liebe nicht erwidern kann und führend an der Vorbereitung einer spektakulären Aktion der ELN-Guerilla beteiligt ist, und von vielen anderen Guerilleros, Offizieren und Paramilitärs - und auch von einigen "normalen" Menschen.

Die verschiedenen Handlungsstränge steuern alle den Tag X an, jenen Tag, an dem die Erdölstadt Barrancabermeja am Magdalena-Fluß von einem Großaufgebot der ELN besetzt werden soll. Das genau ausgearbeitete Projekt ist schon voll im Laufen, Waffen und Leute in die Stadt geschmuggelt - da bringt ein Zufall, der aber im heutigen Kolumbien kein eigentlicher Zufall ist, den spektakulären Plan zum Scheitern, der Oberkommandierende der ELN persönlich bläst die Aktion ab.

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