Rokia Traore: Bowmboi

Label Bleu, Vertrieb Hoanzl

Von Werner Leiss
Eine der sicher interessantesten westafrikanischen Musikerinnen ist Rokia Traore aus Mali. Ihr Debütalbum von 1998 „Mouneissa“, überraschte und fand bereits breite Aufmerksamkeit. Das Folgealbum „Wanita“, 2000 veröffentlicht, wurde vom englischen fRoots Magazin bereits zum Album des Jahres gewählt.
Rokia Traore kommt aus einer wohlhabenden Diplomatenfamilie. Schon seit früher Kindheit lernte sie Europa, den mittleren Osten und die USA und somit andere Kulturen kennen. „Wenn ich vor 100 Jahren geboren worden wäre, würde ich amerikanische oder europäische Musik gar nicht kennen“, sagt sie. „Aber in der heutigen Zeit nimmt man all diese verschiedenen Klänge auf und sie sind ein Teil von mir. Ich mache Musik als eine Person, die Jazz, Klassik, Rock und Pop gehört hat – alles mögliche von Louis Armstrong bis Serge Gainsbourg, genauso aber auch die afrikanischen Griots.“
Wer jetzt aber meint, hier handle es sich wohl um Fusion-Musik, irrt sich. Zwar lässt sich diese Musik nicht in die rein traditionelle Schublade stecken: zwei Lieder sind mit dem Kronos Quartett aufgenommen. Trotzdem wurde in Mali viel Material mit traditionellen Elementen aufgenommen, freilich mit der für Rokia Traore schon zum Markenzeichen gewordenen ungewöhnlichen Zusammenstellung von Instrumenten wie Ngoni und Balafon.
Insgesamt aber wohl doch einfach gute Musik aus Mali, bearbeitet für das 21.Jahrhundert.

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