Rudi Lindorfer

© SWM / Christina Schröder

Sie waren jetzt 36 Jahre im Buchhandel tätig. Was bedeutet Lesen für Sie?

Wissen und Erfahrungen von anderen zu sammeln.

Welche Bücher bewegen Sie?

Eher Literatur als Sachbücher. Ich suche Humorvolles, Absurdes, ein Kontrastprogramm zur Realität. Zum Beispiel „Ich verkauf dir einen Hund“ vom Mexikaner Juan Pablo Villalobos, ein herrlich komisches Buch über das Altern, oder „Das Buschbaby“ von Meja Mwangi oder Bücher vom Kubaner Leonardo Padura.

Gibt es ein Buch, von dem Sie denken, dass Sie es gelesen haben müssten, aber das bis jetzt noch nicht getan haben?

Eigentlich nicht, ich denke, dass man kein Buch lesen muss, wenn es sich nicht ergibt. Aber im Frühling lese ich Bücher nur an, um eine Auswahl zu treffen, welche von denen ich im Sommerurlaub lesen werde. Diese lese ich also „temporär nicht“.

Wo sind Sie am liebsten?

Im Lese-Sessel oder in den Bergen. Oder lesend in den Bergen, denn beim Wandern habe ich immer ein Buch mit.

In welchen Momenten fühlen Sie sich rundum zufrieden?

In der Nacht im Schlafsack in der Natur mit Regina, meiner Frau, an der Seite.

Wie alt würden Sie sich schätzen, wenn Sie Ihr Alter nicht wüssten?

Beim Fußballspielen glauben immer alle, dass ich viel jünger bin. Ich selber denke darüber nicht nach.

Die ganze Welt hört Ihnen zu – was sagen Sie?

Wenn wir eine andere Meinung vertreten als unser Gegenüber, sollten wir uns die Mühe machen nachzufragen, warum sie oder er diese Meinung vertritt, bzw. uns in diese Person hineinversetzen. Das versuche ich zumindest, wenn ich mit Menschen diskutiere.

Können geschriebene Worte die Welt verbessern?

Ich denke, in den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Lebensbedingungen vieler Leute hier und auf der ganzen Welt verbessert, dennoch müssen viele nach wie vor unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Bücher haben sicher zu positiven Entwicklungen beigetragen. Sie waren und sind ein Medium, um Menschen aufzurütteln und in ihren Köpfen Visionen zu skizzieren. Das kann durchaus zu gesellschaftlichen Verbesserungen führen!

cs

Da Sie schon mal hier sind: Qualitätsjournalismus kostet Geld, und ist wichtiger denn je. Seit 2017 ist das Südwind-Magazin vollkommen unabhängig. Unterstützen Sie unsere kritische Berichterstattung mit einem Abo oder einer Spende. Vielen Dank!

nach oben

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen