Sandgrube 14

Von Werner Hörtner · · 2010/07

Das Kremser Festival „Glatt&Verkehrt“ erfährt heuer seine 14. Auflage – und bringt heuer ein Programm, das für Südwind-LeserInnen wie maßgeschneidert ist.

Die künstlerische Begegnung über alle Grenzen hinweg war von Anfang an der gestalterische Anspruch dieses außerordentlichen Festivals in der Sandgrube 13, im Hof der Winzergenossenschaft von Krems. Und so beginnt der Weltmusik-Block im Rahmen des Festivals gleich mit dem Motto „Grenzenlose Verwandtschaften“. Der in den USA lebende Schlagzeuger Hamid Drake trifft auf den italienischen Gitarristen Paolo Angeli; Faiz Ali Faiz, der pakistanische Meister der Sufi-Musik, des Qawwali, auf den französischen Künstler Thierry Robin – und rundherum ein ganzes Orchester aus Asien und Europa bis hin nach Brasilien.

Der darauffolgende Tag ist Afrika-Tag mit Ensembles von der Insel La Réunion, wo sich musikalisch Afrika und Südostasien treffen, aus Äthiopien und schließlich Staff Benda Bilili aus der DR Kongo. Die Karriere dieser Band von einer Gruppe von Behinderten und Straßenkindern aus Kinshasa zu einer preisgekrönten Weltmusik-Truppe hat in den Medien der Welt ein großes Echo ausgelöst.

Ganze 26 MusikerInnen aus Kolumbien kommen zum Länderschwerpunkt „Ritmos de Colombia“ in die Sandgrube. Los Gaiteros de San Jacinto stammen aus einer Kleinstadt in der Karibikregion, wo die Musik der afrikanischen SklavInnen, der spanischen Eroberer und der indigenen Urbevölkerung aufeinander trifft. Ihre Musik ist die Urform der Cumbia.

Der venezolanische Nationaltanz Joropo ist auch in den Savannengegenden Ostkolumbiens populär. Das Ensemble Cimarrón – zahlreiche Männer mit Hüten und eine Sängerin – hat international Karriere gemacht; die Musik strahlt Lebensfreude und Heiterkeit aus. La Revuelta, eine 2004 gegründete Gruppe aus der Pazifikregion, bringt die Marimba auf die Bühne, ein afrikanisches Xylophon. Doch der „Aufruhr“, so der Name des Ensembles, verbindet den traditionellen Frage-und-Antwort-Gesang mit Hip Hop, und zu den Rasseln gesellt sich ein „Master of Ceremony“ (siehe Glossar Seite 13, „MCing“) auf die Bühne.

Der letzte Juli-Tag ist dem fernöstlichen Raum gewidmet. Der Vietnamese Nguyên Lê, eine japanische Sängerin und ein indischer Tabla-Spieler inszenieren anhand des chinesischen Romans „Saiyuki“ aus dem 16. Jh. einen musikalischen Ideenaustausch in beide Richtungen. Im Quintett Sonagi Project arbeiten MusikerInnen aus Korea mit Vertretern der koreanischen Avantgarde-Diaspora in New York zusammen, einer Chellistin, die sich selbst als „professional noise maker“ definiert, und einem Gitarristen und Geiger.

Aus China kommt das Ensemble Hanggai aus der Inneren Mongolei, dessen Musik auf einer zweisaitigen Laute und dem Streichinstrument Morin Khuur aufbaut, verstärkt durch die mongolischen Techniken des Oberton- und Untertongesangs.

Der 1. August ist den „Wilden Balladen“ gewidmet, wo es primär darum geht, Geschichten zu erzählen, begleitet von allen möglichen Musikstilen wie Jazz, Blues, Experimentalmusik u.a.

Glatt&Verkehrt, 15. Juli bis 1. August, Infos auf www.glattundverkehrt.at.
Live-Übertragungen auf Ö1 am 28. (23:03-0:00), 29. (19:30-21:00), 30. (23:03-0:00) und 31.7. (22:05-0:00) sowie am 1.8. (17:30-17:56, 19:30-21:30).

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