Schrecken mit Ende

Nach langem Kampf konnte die Seuche Ebola in Uganda doch noch besiegt werden.

Von Lydia Matzka
Katastrophen, die den afrikanischen Kontinent betreffen, Wnden nur kurz Widerhall in der heimischen Presse. So wurde hierzulande auch nur wenig über die Ebola-Epidemie in Uganda berichtet. Dieser rasche Ablauf ähnelt makabererweise dem Krankheitsbild. Ebola-Viren greifen ihre Opfer nämlich unglaublich rasch an, sodass das Immunsystem nicht reagieren kann. Nach der Ansteckung vergehen höchstens zwei Wochen, dann sind 80 bis 90 Prozent der Infizierten tot.

Anfang Dezember erschreckten Pressemeldungen die Weltöffentlichkeit: Über 440 Menschen hatten sich binnen kürzester Zeit in Uganda - die Seuche trat nur dort auf - infiziert; 150 sind an Ebola gestorben. Es gab wenig Aussicht auf eine Eindämmung der Seuche. Noch Anfang Jänner wurden neue Fälle bekannt. Insgesamt sind 250 Menschen an Ebola gestorben. Doch jetzt gibt Uganda Entwarnung: Die letzten Ebola PatientInnen wurden geheilt. Folgt nun dem Schreck wieder das Vergessen?

Die Seuche, die eigentlich in Krankenhäusern eingedämmt hätte werden sollen, fand gerade dort ihre Verbreitung. In ugandischen Krankenhäusern fehlen wichtige medizinische Gebrauchsgegenstände. Aus Geldmangel wird teilweise ohne Handschuhe, Desinfektionsmittel, Schutzmäntel und Gesichtsmasken gearbeitet. Dabei ist die tödliche Seuche sehr leicht übertragbar: vor allem über Körperkontakt und -flüssigkeiten. Viele Krankenhausbedienstete steckten sich an, als sie Infizierten Hilfe leisten wollten.

Einer der Pioniere bei der Bekämpfung der Seuche, der ugandische Arzt Matthew Lukwiya, ist selbst zum Ebola-Opfer geworden. "Personen wie Lukwiya sind wahre Helden", sagt Oladapo Walker, WHO-Beauftragter für Uganda.

Wenn neue Ebola-Fälle auftauchen, muss man rasch reagieren, damit ein Massensterben verhindert werden kann. Der ersten Fälle wurde man in der ugandischen Provinz Gulu im August letzten Jahres gewahr.

"Die internationale Gemeinschaft reagierte aber erst im Oktober", kritisierte Nelson Onono Onweng, Bischof von Norduganda, bei seinem Besuch in Wien im Dezember. Also zu spät. Inzwischen sind Hilfsorganisationen wie die Caritas und "Ärzte ohne Grenzen" vor Ort - und meldeten Mitte Jänner die erfolgreiche Bekämpfung der Seuche.

Wie viele Menschen wirklich von Ebola betroffen waren und vielleicht sogar noch sind, ist schwer zu sagen. "Die Menschen trauen sich nicht zuzugeben, dass sie Ebola-Fälle in der Familie haben, denn dann wären sie von der Gemeinschaft ausgeschlossen", so James Okee-Obong, Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation WICU (Wider Consultation on Uganda) gegenüber dem SÜDWIND-Magazin. Das Schweigen darüber muss sowohl im In- als auch im Ausland gebrochen werden.

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