Schwarzweiß-Muster

Von Redaktion · · 2012/11

Schwarzbuch WWF SWM 10/2012

Wir vom WWF finden es gut, dass Südwind ein Interview mit dem WWF-kritischen Autor Wilfried Huismann gebracht hat. Südwind schreibt zu Recht, dass das „Schwarzbuch WWF“ mit dem Begleitfilm ein sehr umstrittenes Werk ist. Huismann kritisiert den WWF in seinem Film und seinem Buch nach einem einfachen Schwarzweiß-Muster, ähnlich einer Verschwörungstheorie, die keinen Platz für Grauzonen hat – wo es nur „die Bösen“ und „die Guten“ gibt. In Huismanns Buch werden längst bekannte Fakten aufgelistet, die sich besser und in größerem Zusammenhang in dem wissenschaftlichen Werk des Schweizer Historikers Alexis Schwarzenbach nachlesen lassen. Auch Schwarzenbach beschreibt Ereignisse in der Geschichte des WWF, die der WWF von heute auch selbst kritisieren würde. Aber Huismann schreibt über Umweltsünden von großen Firmen und bringt sie dann mit dem WWF in Zusammenhang, so als ob wir dafür verantwortlich wären – wie zum Beispiel für Monsanto. Der WWF lehnt gentechnisch veränderte Organismen in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei ab, solange Schäden für Mensch und Natur nicht ausgeschlossen werden können. Wahr ist auch, dass der WWF multinationale Konzerne als Teil des Problems, aber auch als Teil der Lösung sieht.

Für den WWF führt kein Weg an der Wirtschaft vorbei. Sie muss verantwortungsvoller mit den natürlichen Ressourcen umgehen und auch die KonsumentInnen müssen fairer und mit nachhaltigerem Bewusstsein konsumieren. Große Unternehmen von den Gesprächen über Nachhaltigkeitskriterien prinzipiell auszuschließen wäre unserer Ansicht nach grundfalsch. Denn die Multis beherrschen z.B. den Großteil des Soja- und Palmöl-Geschäfts. Ohne ihren Einbezug lassen sich Umweltziele nur schwer oder gar nicht erreichen, weil sich nur mit ihnen der globale Markt verändern lässt. Zu den Vorwürfen Huismanns verfolgt der WWF übrigens eine völlig transparente Kommunikation, die aber auch unsere Gegenargumente und Widerlegungen der Vorwürfe Huismanns einschließt. 

www.wwf.de/wwfinformiert
Franko Petri
Leiter Medien, WWF Österreich

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