Sonja Rappold

Von Redaktion ·

Wenn Sie sich eine Eigenschaft wünschen könnten, welche wäre das?

Mehr Gelassenheit! Egal, was du machst, es ist sowieso nie genug. Stress untergräbt das Selbstvertrauen und die eigene Wahrnehmung.

Welche Weisheit haben Sie als letzte gelernt?

Die Weisheit des Körpers. Der Körper erinnert sich an alles. Was uns innerlich bewegt, wird über die Bewegung wahrnehmbar. Das ist die Grundlage der Arbeit am Tonfeld, das aus formbaren Ton besteht. Im weitesten Sinne erzählen mir die Bewegungen der Hände die Entwicklungsgeschichte eines Kindes.

Was bewegt Sie?

Meine Neugier! Ich beobachte gerne und lasse mich von anderen Menschen inspirieren.

Sonja Rappold, 54, kommt aus Micheldorf/OÖ. Nach der Matura verbrachte sie ein Jahr als Au-pair in Wales. Sie studierte Kultur- und Sozialanthropologie in Wien und fing an, sich in der entwicklungspolitischen Szene zu engagieren. Sie schrieb u.a. für die Frauensolidarität, arbeitete bei den Entwicklungspolitischen Nachrichten (später Südwind-Magazin) und war lange Jahre bei der Gesellschaft für bedrohte Völker aktiv.

Nach einem Forschungsaufenthalt in der Dominikanischen Republik war Rappold im EZA-Weltladen und bei Südwind-Buchwelt tätig. Seit fünf Jahren wirkt sie im psychosozialen Bereich mit der Arbeit am Tonfeld, einer entwicklungsfördernden haptischen Methode für Kinder und Jugendliche. Zudem arbeitet sie als Co-Projektleiterin des interkulturellen, generationsübergreifenden OMA/OPA-Projekts des Vereins NL40 in Wien.

Omas und Opas für die freiwillige Mitarbeit im Projekt gesucht! Mehr Infos: nl40.at

www.facebook.com/OmaOpaProjekt

Was kann man von den jungen Generationen lernen?

Kinder und Jugendliche sehen die Dinge mit anderen Augen. Es wäre hilfreich für alle, ihnen Raum zu geben, sich Zeit zu nehmen und ihnen zuzuhören. Und wir sollten uns von ihrem herzhaften Lachen anstecken lassen.

Was sollten wir Kindern unbedingt weitergeben?

Wir sollten sie ermutigen, ihren Fähigkeiten zu vertrauen, ihnen Halt geben, die Welt ohne Angst zu erkunden und unbedingt ihre Neugier schüren.

Welche gute Tat kann jeder hierzulande heute noch tun?

Die Menschlichkeit kultivieren und auf die Würde jedes Einzelnen achten. Wir sollten uns Beachtung schenken. Kinder und Jugendliche – aber eigentlich wir alle – wollen in ihrem Tun gesehen werden und brauchen Beziehungshalt. Das ist auch die Grundlage für unsere Lernteams in unserem Projekt. Sie reden und lernen miteinander, nehmen sich gegenseitig ernst und bauen so langsam Vertrauen auf.

Mit wem würden Sie gerne einen Kaffee trinken gehen, wenn Sie die Wahl hätten?

Mit meiner Freundin Sonia Pierre, einer dominiko-haitianischen Menschenrechtsaktivistin, die 2011 verstorben ist und Werner Hörtner, dem 2015 verstorbenen Südwind-Redakteur, mit dem ich befreundet war – ich vermisse die Gespräche mit ihnen. cs

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