Spekulation mit Wohnraum - Fakten

Immobilienblasen

Immobilienblasen sind nichts Neues. (1) In Bangkok stiegen die Grundstückspreise zwischen 1985 und 1990 um 1.500% (2)

Hätten sich in Großbritannien Nahrungsmittel im selben Ausmaß verteuert wie Eigenheime (3), würden sich die folgenden Preise ergeben (Beispiele):
Ein Laib Weißbrot:  6,70 US-Dollar
6 Bananen: 13 Dollar
Ein Huhn:  78,64 Dollar

Preis vs. Einkommen

Ein üblicher Indikator für die Erschwinglichkeit von Eigentumswohnungen ist das Verhältnis  zwischen dem Median der Eigenheimpreise und dem Median des jährlichen Bruttohaushaltseinkommens („Median Multiple“).
[Der Median teilt eine Liste von Werten in zwei gleich große Hälften, deren Werte jeweils über bzw. unter dem Median liegen; Anm. d. Red. ]
Liegt dieses Verhältnis bei 3 und darunter, gelten Eigenheime als erschwinglich, bei einem Verhältnis von mehr als 4 als weitgehend unerschwinglich.

 

Hohe Hypothekarverschuldung in den westlichen Ländern

Österreich

 

Rasche Urbanisierung

Seit 2010 leben weltweit mehr Menschen in Städten als in ländlichen Gebieten.
2050 werden 70% der Weltbevölkerung in Städten leben. (8)
Zwischen 2010 und 2015 wird sich die städtische Bevölkerung täglich um rund 200.000 Menschen erhöhen. (7)
91% dieses Zuwachses wird auf die Länder des Südens entfallen. (8)
In Asien lebt die Hälfte der Weltbevölkerung. Der Bedarf an neuen Wohnungen in den Städten des Kontinents wird auf 20.000 Einheiten pro Tag steigen. (2,8)
Mieten sind in Mumbai doppelt so hoch wie in Manhattan. (8)
Nur 15% der StadtbewohnerInnen in Afrika haben Zugang zu Hypothekarkrediten. (2)

In Pakistan steigt das Wohnungsdefizit jedes Jahr um 270.000 Einheiten (2)
40% der Haushalte in Lateinamerika leben entweder in prekären, überfüllten Unterkünften oder sind obdachlos. (6)

Der Niedergang des sozialen Wohnbaus ist in vielen Ländern Europas zu beobachten.

Zahl der privatisierten Sozialwohnungen (7)

Großbritannien 2,16 Mio.
Polen 1,4 Mio.
Lettland 410.000
Niederlande 286.000

Obdachlosigkeit

Laut UN-Menschenrechtskommission waren 2005 weltweit 100 Millionen Menschen obdachlos. Diese Schätzung wird allgemein verwendet, gilt aber als konservativ. 2003 schätzte Action Aid, dass allein in Indien 78 Millionen obdachlos waren.

2010 waren in Europa 600.000 Menschen obdachlos (7), in den USA 633.782, jedoch mit weit mehr Menschen, die vorübergehend von Obdachlosigkeit betroffen waren. (10) In England stieg die Obdachlosigkeit 2011 um 14% auf 48.510 betroffene Haushalte. (11) In Australien wird die Zahl der Obdachlosen auf 105.000 geschätzt. (12)

Slums

Eine Milliarde Menschen leben in Elendsvierteln. (2)
Die Länder mit der größten Slumbevölkerung sind China – 170 Mio. – und Indien – 109 Mio. (2)
Bei Fortsetzung der aktuellen Trends wird sich die Slumbevölkerung in Afrika südlich der Sahara bis 2020 verdoppeln und mit 400 Millionen Menschen größer sein als in Asien. (5)

In Ägypten, Marokko und Tunesien lebten 1990 20,8 Mio. Menschen in Elendsvierteln. Mit sozialem Wohnbau und Programmen zur Sanierung von Slums konnte diese Zahl bis 2010 auf 11,8 Mio. gesenkt werden. (5)

Andere Optionen

In Botswana wurden 75,5% aller Häuser/Wohnungen von den BewohnerInnen selbst errichtet (5). In Mexiko wurde zwischen 1980 und 2003 mehr als die Hälfte aller neuen Wohneinheiten selbst gebaut, davon mehr als 80% mit informeller Finanzierung. In diesen Wohneinheiten lebten mehr als zwei Drittel der Bevölkerung. (6)

Die peruanische Regierung legalisierte innerhalb von weniger als zehn Jahren mehr als 1,2 Mio. informelle Unterkünfte, die Hälfte davon in Lima. (6)

Seit 1994 hat die Regierung Südafrikas Sozialwohnungen für mehr als 12% der 40 Millionen EinwohnerInnen des Landes gebaut.

In Singapur leben mehr als 80% der Bevölkerung in Wohnbauten, die vom Staat mit Kreditzuschüssen subventioniert wurden; 96% dieser Wohnungen befinden sich im Eigentum der BewohnerInnen. (2)

Copyright New Internationalist

Quellen:
1) globalpropertyguide.com
2) UN-Habitat, Affordable Land and Housing in Asia, 2011
3) Shelter; „Shelter reveals unaffordable housing costs“, 7. Februar 2013, shelter.org.uk
4) Demographia, „9th Annual Demographia International Housing Affordability Survey:
2013 Ratings for Metropolitan Markets“, 2012, demographia.com/dhi.pdf
5) UN-Habitat, Affordable Land and Housing in Africa, 2012
6) UN-Habitat, Affordable Land and Housing in Latin America and the Caribbean, 2011
7 UN-Habitat, Affordable Land and Housing in Europe and North America, 2011
8) UN-Habitat, State of the World’s Cities 2012/13
9) UN-Habitat, Forced Evictions: Global Crisis, Global Solutions, 2011
10) US Department of Housing and Urban Development, Presseaussendung, 10. Dez. 2012
11) Department for Communities and Local Government, „Statutory homelessness in England:
October to December 2011“, 8. März 2012
12) Australians for Affordable Housing, „Australia’s Broken Housing System“, Sept. 2011; housingstressed.org.au
13) European Mortgage Federation (hypo.org)

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