Stefan Ehlert: Wangari Maathai - Mutter der Bäume

Die erste afrikanische Friedensnobelpreisträgerin

Von WeH
Verlag Herder, Freiburg i. Br. 2004, 160 Seiten, EUR 9,20

Diese spannend geschriebene Biografie beleuchtet das Leben von Wangari Maathai, der ersten Friedensnobelpreisträgerin Afrikas. Die erfolgreiche und streitbare Kenianerin, Gründerin des inzwischen weltweit bekannten „Green Belt Movements“, sah früh die internationale Dimension ihrer Arbeit: dass globaler Umweltschutz einhergehen muss mit der Verringerung der Armut in Kenia, Brasilien und anderswo, und dass Entwicklung und Wachstum von einer Veränderung der politischen und wirtschaftlichen Lage der Frauen in Afrika abhängen.
Bis heute lässt die frischgebackene Nobelpreisträgerin keine Gelegenheit verstreichen, ihr politisches Credo zur internationalen Entwicklungspolitik öffentlich zu machen: Schuldenerlass, Förderung der Demokratie und Menschenrechte, Ächtung der Diktatoren, Gerechtigkeit im Handel zwischen Nord und Süd, Respekt vor dem kulturellem Erbe der Armen und selbstverständlich: Stärkung der Frauen auf politischer, wirtschaftlicher und persönlicher Ebene. Wangari Maathai streicht die Bedeutung des Zusammenhangs der Umwelt- und Friedensbewegung immer wieder hervor und war dadurch über viele Jahre politischer Verfolgung ausgesetzt. In Afrika ist ihr mutiges Engagement bereits legendär.
Der Autor Stefan Ehlert beleuchtet mit viel Insiderwissen Maathais Werdegang, seine Information wirkt sehr gut recherchiert. Er lebt als Journalist in Nairobi und hat mit der engagierten Aktivistin, ihrer Familie und ihren politischen WegbegleiterInnen viele Gespräche geführt. Neben dem Einblick in die Situation der Frauen führt Ehlert die LeserInnen in die interessante Zeitgeschichte Ostafrikas und im speziellen Kenias ein. Themen wie Entstehung der Umweltschutzbewegung, Wahlen, Einflüsse der kolonialen Strukturen auf vergangene und aktuelle Regierungen, die Situation der Menschenrechte und Verfolgung der AktivistInnen werden auf gut lesbare Weise beschrieben. Das Buch ist topaktuell und macht Lust auf mehr Wissen über die eindrucksvolle Kenianerin und die aktuelle politische Situation Ostafrikas.

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