Stiller Has: Stelzen

Kein & Aber Records Vertrieb Ixthuluh

Von Werner Leiss
Der stille Has, hierzulande fast gänzlich unbekannt, ist eine alte Schweizer Institution, die schon seit 1989 existiert und dort unglaublich populär ist. Früher vorwiegend berndeutsch unterwegs, finden wir ihn neuerdings ausgeprägt österreichisch singend wieder. Wie das geht?
Nun – der Sänger der Gruppe, Endo Anaconda, eigentlich Andreas Flückiger, Jahrgang 1955, hat eine österreichische Mutter und einen Schweizer Vater. Nach dem frühen Tod des Vaters ging die Mutter mit den Kindern nach Kärnten zurück. Endo landete nach einem mehrjährigen erfolglosen Wienaufenthalt schließlich in Bern. Um außerhalb der engen Dialektgrenze bekannt zu werden, hat sich die Gruppe entschlossen, eine CD zu produzieren, die im gesamten deutschen Sprachraum verstanden werden kann.
So findet sich hier eine Liebeserklärung und Abrechnung an Österreich gleichermaßen und mit Stelzen ist tatsächlich die Schweinshaxe gemeint. Das vielleicht beste Lied auf dieser Platte, „Znüni näh“, was soviel wie Jause zu sich nehmen heißt, ist aber berndeutsch gesungen. Eine beißend sarkastische Beschreibung schweizerischer Traditionen im Produktionsalltag.
Auch musikalisch ist der Has gar nicht still und bewegt sich im weiten Feld zwischen Blues, Rock, Schlager und Volksmusik. Von den helvetischen Landbluesjodlern, wie sie sich selbst bezeichnen, wird noch einiges zu hören sein.

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