Stilmix Marke „Afro“

Afrikanischer Kaffee, Township-Skulpturen und junges Design: Red-Bull-Milliardär Dietrich Mateschitz brachte das Afro Café des Südafrikaners Grant Rushmere in die Salzburger Altstadt, von wo aus es als Erfolgsmarke weiter expandieren soll.

Von Martin Sturmer
Wer das erste Mal den Fuß in das Afro Cafe in der Salzburger Altstadt setzt, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus: Ein schriller, farbenfroher Stilmix auf Tapeten, Wachstuch-Tischdecken und Polstern empfängt den Gast. Dazu die beeindruckenden Treibgut-Skulpturen aus den Townships von Johannesburg. Die Atmosphäre ist freundlich, locker und entspannt. Wie der "Afro-Dude", der mit Sonnenbrille und Afrofrisur das Logo des Cafés ziert.
Hinter dem Lokal steckt aber weit mehr als ein gelungenes Gastronomiekonzept: "Afrikanischer Kaffee und Tee sollen nicht wie üblich als Rohstoff exportiert werden, sondern als eigenständige, hochwertige Markenprodukte angeboten werden", erklärt Produktmanagerin Catherine Bürger. "Wir sind davon überzeugt, dass sich eine afrikanische Idee am Markt etablieren kann. Durch Qualität, aber eben auch durch die für Afrika typische Lebenslust."
In der Tat stammt die Idee aus Afrika. Der junge Südafrikaner Grant Rushmere hat vor Jahren das erste Afro Café im Herzen von Kapstadt gegründet. Rushmere erinnert sich nur zu gut an den Tag, als der Red-Bull-Werber Johannes Kastner im Frühjahr 2005 bei der Tür hereinkam und vom Konzept "offenbar elektrisiert" war: "Die Einrichtung, die Musik, die Bedienung, der Kaffee, der Tee, das Markenlogo, das gesamte Design - das hatte nichts mit dem Afrika der schwarzen Touristenschnitzereien zu tun. Da war das Bild eines jungen, kreativen, einzigartigen, selbstbewussten Afrika der Zukunft. Johannes Kastner erkannte sofort, dass dieses Café eine Marke ist, die das Potenzial für weltweiten Erfolg hat."

Wenige Wochen später trafen sich Rushmere und Kastner mit Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz in Salzburg und gründeten die Afro Coffee Company. Hauptprodukt ist, wie der Name vermuten lässt, der Afro Coffee, hergestellt aus handverlesenen Arabica-Bohnen. Dazu führt sie zehn "Afro Teas" im Sortiment. "In Afrika ist Kaffee mehr als ein Genussmittel", meint Catherine Bürger. "Vom äthiopischen Hochland aus begann sein Siegeszug um die ganze Welt. Was lag also näher, als einen original afrikanischen Kaffee zu produzieren?"
Neben den Kaffee- und Teeprodukten wird den Gästen im Afro Café auch eine Vielfalt von afrikanischen Speisen geboten. Im Shop des Cafés sind Designermode und Kunst erhältlich. Auch das ist Teil des Konzepts: junge afrikanische Designer, Künstler und Musiker - Männer und Frauen - zu fördern und Arbeitsplätze in den Townships zu schaffen.

Das Afro Café sieht sich als Botschafter eines neuen Afrika, das nichts mehr mit kitschiger Touristenfolklore und überkommenen Klischees zu tun hat. Und ist mit diesem Ansatz ausgesprochen erfolgreich: Zur Zeit wird eifrig an der Expansion gearbeitet, verrät Catherine Bürger. Ziel sei es, 2009 ein weiteres Afro Café zu eröffnen. Eine Hymne an die Seele Afrikas - so lautet der Slogan. Übertrieben? Vielleicht. Aber sicher nicht ganz falsch.

Martin Sturmer ist Gründer der Nachrichtenagentur afrika.info (www.afrika.info) und lebt in Salzburg.

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