Strom vom Kiosk

Eine Bewohnerin des Bergdorfes Minazi mit einer frisch aufgeladenen Batteriebox. Diese wird sie nutzen, um am Abend ein wenig Licht im Haus zu haben.

Für viele Bewohnerinnen und Bewohner ländlicher Regionen in Ruanda, einem der ärmsten Staaten der Welt, endet der Tag mit dem letzten Sonnenstrahl. Knapp 90 Prozent der Bevölkerung ist nicht oder nur unzureichend ans Stromnetz angeschlossen. Kerzen sind teuer, Generatoren für viele unbezahlbar.

Abhilfe, zumindest für manche, schafft „e.quinox“: Das Projekt wurde vor vier Jahren von Studierenden des Imperial College in London gestartet: Sie errichteten Stromkioske, vier davon in Ruanda, einen im benachbarten Tansania. Die Dächer der Kioske tragen Solarzellen, mit denen Batterieboxen geladen werden. Die Menschen können sich die Boxen für eine Gebühr von umgerechnet 1,20 Euro ausleihen, leere gegen volle tauschen. Maximal einen Monat reicht der Strom, dann laufen viele wieder kilometerweit, um ihre Boxen aufzuladen.

Der Zeitenspiegel-Fotograf Sascha Montag hat Lukas Lukoschek und Matthew Wood, ein deutsch-englisches Studentenduo, auf ihrem Weg von Stromkiosk zu Stromkiosk ein Stück weit begleitet.

Deo Kubwimana betreibt den ältesten Stromkiosk Ruandas in Minazi – seit 2010. Hier überprüft er die Technik. Über Solarmodule auf dem Dach wird der Strom gewonnen, mit dem die Boxen wieder aufgeladen werden. Jeder Kunde hat eine eigene Nummer, die Deo Kubwimana in einem Laptop erfasst. Er scannt die Boxen dann über einen Barcode ein und notiert sich die Namen zusätzlich in seinem Notizblock.

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