Suburban Bucharest: Mahala Sounds from Romanis

Trikont / Vertrieb Hoanzl

Von Werner Leiss
Musik aus den Vorstädten Bukarests, ein Sampler der den Bogen von Schellackaufnahmen bis ins orientalisch dancefloor-orientierte Heute spannt.
Neben hier eher bekannten Gypsy-Kapellen wie Taraf de Haidouks und Fanfare Ciocarlia, (die in Rumänien selbst von JournalistInnen kaum beachtet werden), finden sich zahlreiche Aufnahmen von Musikerinnen und Musikern, die den Weg aus Rumänien heraus noch nie gefunden haben.
So geht es hier um die alte Lautari-Musik, gespielt von Musikern eines Taraf (Kapelle), die keine Noten lesen konnten und ihr Handwerk „mit den Ohren“ in der Familie lernten, und um das drohende Verschwinden dieser Tradition. Weiters wird hier Manea geboten, eine rumänische Gypsy-Popvariante mit Texten vor allem über Liebe, Sex und Alkohol, die durch musikalische Einflüsse aus Serbien, der Türkei und dem Nahen Osten inspiriert wurde.
Einst von der Propagandaabteilung der kommunistischen Partei mit einer Kampagne zur Säuberung der Folklore abgelehnt, wurde Manea seit Beginn der 1980er Jahre in geheimen Studios produziert und ist heute aber in Kassettenform auf jedem Markt erhältlich.
Abgerundet wird die CD mit zwei frühen Aufnahmen der legendären Sängerin Maria Tanase aus der Zwischenkriegszeit, einer Zeit, in der Bukarest gerne das Paris des Ostens genannt wurde. Eine Zeit, die Tanase mit ihrer weltoffenen Art wie keine Zweite repräsentierte.
Wieder eine interessante und wie immer mit einem ausführlichen, informativen Booklet ausgestattete Kompilation des Münchener Trikont-Labels, dem man nur wünschen kann, weiterhin in dieser Richtung erfolgreich zu sein.

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