Summer of Love

Von Redaktion ·

Otis Redding, Ravi Shankar und Jimi Hendrix’ brennende Gitarre machten den Musiksommer 1967 legendär.

In diesen Tagen wird gerne an die Hippies erinnert, die vor 50 Jahren in San Francisco im Stadtteil Haight-Ash–bury alternative Lebensformen probten. Auch entwickelte sich in und um San Francisco eine ausgeprägte Musikszene, zu der Jefferson Airplane, Big Brother and The Holding Company, Santana sowie Sly and The Family Stone gehörten. Insgesamt waren zu jener Zeit mehrere hundert Gruppen rund um die Bay Area aktiv und bildeten eine insgesamt ziemlich diverse Szene.

Monterey. Ein oft zitierter Mythos des Sommers 1967 ist das internationale Musikfestival von Monterey, südlich von San Francisco. Es fand vom 16. bis 18. Juni statt und bedeutete unter anderem für Janis Joplin den Durchbruch. Zwar gilt es als erstes großes Musikfestival, das aber auch deswegen, weil dort professionell gefilmt und vermarktet wurde. Nur eine Woche vorher hatte nördlich von San Francisco ein Festival ähnlicher Größe stattgefunden. Mit dem Motto „Music, Love & Flowers“ ging aber Monterey, eben nicht zuletzt dank der filmischen Dokumentation von D.A. Pennebaker, als erstes großes Festival dieser Art in die Geschichte ein und diente als Vorbild für nachfolgende, freilich noch weit voluminösere Veranstaltungen. Das Publikum bestand keineswegs nur aus Hippies, da waren viele ganz „normale“ Leute dabei.

Klassisch indisch. Hier ist die Gelegenheit, an den großen indischen Sitar-Virtuosen Ravi Shankar zu erinnern, der mit einem fulminanten Auftritt dem weißen Mittelschicht-Publikum demonstrierte, weswegen Musiker wie George Harrison so auf dieses Instrument abgefahren sind. Ravi Shankars Einfluss auf die Popmusik ist nicht zu unterschätzen. Er hat wie kein Zweiter die klassische indische Musik weiterentwickelt und auch zwei begabte und erfolgreiche Töchter hinterlassen: Nora Jones und Anoushka Shankar. Dass Jimi Hendrix in Monterey seine Gitarre anzündete und The Who ihr Equipment demolierten, goutierte er gar nicht. Er empfand es einfach nur als respektlos.

King of Soul. Für Otis Redding war es ungewohnt, in den USA vor einem weißen Publikum zu spielen, und auch er wurde frenetisch gefeiert. Er verunglückte noch im selben Jahr im Alter von 26 Jahren und ging als „King of Soul“ in die Geschichte ein. Sein „Dock Of The Bay“ war zwar sein einziger, obendrein posthum veröffentlichter Nr.1-Hit, sein Gesamtwerk ist jedoch von großem Einfluss für die Weiterentwicklung von R&B und Soul geblieben.

Jetzt wäre es noch interessant, über den Auftritt des südafrikanischen Jazz- und Weltmusikpioniers Hugh Masekela zu berichten, wozu aber der Platz nicht reicht. Wahr ist aber, dass es für alle Beteiligten ein letztlich friedliches Fest war und der Dollar fortan auch abseits des Mainstreams kräftig rollte.

Werner Leiss ist Musikkritiker des Südwind-Magazins und Redakteur des „Concerto“, Österreichs Musikmagazin für Jazz, Blues und Worldmusic.

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