Syrien. Hintergründe, Analysen, Berichte.

Von Redaktion · · 2013/09

Fritz Edlinger, Tyma Kraitt (Hg.)

Sachbuch. Promedia Verlag, Wien 2013, 240 Seiten, EUR 17,90

Seit rund zweieinhalb Jahren wütet mittlerweile der Konflikt in Syrien. Die Situation ist verfahren und komplex. Die Informationslage, vor allem aus manchen Ecken des Landes, schlecht. Ist der Band von Fritz Edlinger und Tyma Kraitt eine Möglichkeit, etwas Licht ins Dunkel zu bringen? Im ersten Teil des Buches mag der Leser oder die Leserin noch zweifeln: Zwar folgt der Einleitung gleich ein Übersichtsbeitrag, der den Lesenden essenzielle Informationen mit auf den Weg gibt. Aber man befürchtet, sich mit einem trockenen, abstrakten Buch herumschlagen zu müssen. Mehrere Beiträge widerlegen diese Befürchtungen jedoch klar: Die Mitherausgeberin Tyma Kraitt zerlegt in ihren zwei Beiträgen u.a. anschaulich die Assad-Dynastie. Und sie kommt auf Aspekte zu sprechen, die man etwa in der Medienberichterstattung vermisst, wo sich Berichte gerne auf religiöse, „kulturelle“ und geopolitische Dinge konzentrieren. Kraitt betont an einer Stelle etwa: „Mit der Militarisierung des Konflikts seit Mitte 2011 geriet die soziale Frage zunehmend in den Hintergrund. Vielmehr stehen seither regionale Feindschaften und geostrategische Agenden im Zentrum der Debatten.“

Auch Karin Leukefeld belebt das Thema ungemein, indem sie teilweise im Stil einer Reportage Einblicke in das Land gibt und plastisch das Anfangsstadium des Konflikts in Erinnerung ruft.

Nach sehr aufschlussreichen Beiträgen zu den speziellen Nachbarschaftsbeziehungen Syriens zum Irak und zum Libanon folgen Blicke auf Syrien aus drei wichtigen Blickwinkeln: aus Brüssel, aus Ankara und aus Moskau. Werner Rufs Beitrag ist in jenem Teil spannend, in dem es um die Rolle der Golfstaaten geht. Insgesamt ein Defizit ist der Mangel an Grafiken, Bildern, Tabellen. Das Buch ist zu textlastig. Aber nichtsdestotrotz: Wer die oft nichtssagende Tagesberichterstattung über Syrien leid ist und mehr wissen will, dem sei der Band wärmstens empfohlen.
Richard Solder

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