Taten statt Worte

Von Sabine Kampmüller ·

Aids 4/2003

Jede Minute sterben weltweit 5 Menschen an Aids. 20 Millionen Menschen sind seit dem Bekanntwerden der Pandemie an Aids gestorben. In vielen Projekten von Ärzte ohne Grenzen werden wir tagtäglich mit den verheerenden Facetten dieser Wirklichkeit konfrontiert. Allein die Zahl der an Aids erkrankten Kinder hat sich in den letzten zwei Jahren verdreifacht! Gesundheitssystemen weltweit mangelt es nicht nur an Kapazität, um mit diesem Problem fertig zu werden, immer öfter stirbt mittlerweile das medizinische Personal selber an der Seuche.
Eine katastrophale Situation bei einer Krankheit, die zwar bis heute nicht heilbar, aber mit den entsprechenden finanziellen Mitteln doch in Griff zu bekommen ist. Es ist ein harter Kampf, der viele Ressourcen braucht, der aber alles andere als aussichtslos ist.
Und während die ganze Welt nach raschem Handeln schreit, stellt Christian Fiala im SÜDWIND 4/03 die Grundannahmen über die Aids-Epidemie in Frage. Und argumentiert z.B. mit veralterten Studien gegen die Zuverlässigkeit von HIV Tests.
Selbstverständlich gibt es großen Bedarf, auch andere Gesundheitsprobleme anzugehen, das kann niemand besser bestätigen als Ärzte ohne Grenzen als größte unabhängige medizinische Hilfsorganisation der Welt. Doch die Zeit, hier die generelle Frage zu stellen, wofür man die Investitionen in den Kampf gegen Aids noch verwenden könnte, haben wir nicht. Im Gegenteil, wir müssen so rasch wie möglich noch viel mehr Mittel dafür beschaffen. Die Behandlung von Aids ist eine der größten Herausforderungen auf dem Gesundheitssektor weltweit. Und dieser Herausforderung müssen wir uns stellen. Sie in Frage zu stellen wäre natürlich leichter.

Sabine Kampmüller
Ärzte ohne Grenzen
1080 Wien

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