Tote Mütter

Noch immer sterben 350.000 Frauen weltweit an den Folgen ihrer Schwangerschaft. Die Aktion „Mutternacht“ machte darauf aufmerksam.

Von Michaela Krimmer

Zwei Tage vor dem Muttertag fanden sich etwa 150 Frauen und Männer bei der Rahlstiege in Wien ein. Sie hatten sich Luftballons unter ihre Kleidung gesteckt, um so eine Schwangerschaft zu „simulieren“. Alle anwesenden „Mütter“ ließen sich dann gleichzeitig wie tot auf die mitgebrachten „blutigen“ Leintücher fallen. Es handelte sich dabei um die erste und bislang einzige „Mutternachts-Performance“ in Österreich, mitgetragen von Vertreterinnen und Vertretern von insgesamt 20 Organisationen.

Ziel war es, auf 350.000 Mütter pro Jahr hinzuweisen, die v.a. aufgrund von schlechter medizinischer Versorgung schwanger, während oder knapp nach der Geburt sterben. 99 Prozent der Opfer leben in den sogenannten Entwicklungsländern (siehe auch SWM 6/09). „Wir haben diese Aktion gemacht, weil wir Österreich als Mitglied der Vereinten Nationen an seine Verpflichtung erinnern wollen, für die Umsetzung der Millennium Development Goals (MDGs) und insbesondere die Reduzierung der Müttersterblichkeit einzutreten“, sagte Petra Bayr, entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ und eine der Initiatorinnen der Veranstaltung.
 

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