Tradition mit Innovation und Improvisation

Von Werner Leiss · · 2022/Jul-Aug
Park Jiha © Eric van Nieuwland CC BY-NC 2.0

Musik mit traditionellen Wurzeln aus Ostasien und Südostasien gehört für gewöhnlich nicht unbedingt zu den Hits in den Worldmusic-Charts. Umso erfreulicher, wenn es neue Zugänge gibt.

Eine Hommage an den 2016 verstorbenen Danongan „Danny“ Kalanduyan ist die Kompilation „Kulintang Kultura: Danongan Kalanduyan and Gong Music of the Philippine Diaspora“. Er hat sich als Musiker und Lehrer um die traditionelle philippinische Kulintang-Gong-Musik in den Vereinigten Staaten verdient gemacht und wesentlich dazu beigetragen, die Erinnerung und die Praxis lebendig zu halten.

Kalanduyans Ensemble ist mit einem traditionellen philippinischen Repertoire auf der ersten CD zu hören. Aufnahmen von philippinischen Musiker*innen in der Diaspora, die diese Traditionen mit Electronica, Hip-Hop, Rock, Jazz und anderen zeitgenössischen Stilen verbinden, bietet die zweite CD.

Alles in allem eine umfassende, vielseitige Kompilation, auf der sowohl verwurzelte als auch verstreute, alte und moderne Filipinos und Filipinas zu hören sind und die auf dem verdienstvollen Label Smithsonian Folkways mit ausführlichem Booklet erhältlich ist.

Japanische Langhalslauten. „Hazama“ ist das zweite Album von Mitsune, einer in Berlin ansässigen Band, die aus einem Trio von Shamisen-Spielerinnen besteht, die auch den Gesang übernehmen und zusätzlich von Kontrabass und Perkussion begleitet werden.

Shamisen ist eine dreisaitige, gezupfte Langhalslaute mit einem langen, schmalen Hals und einem relativ kleinen Korpus.

Das Tsugaru-Shamisen, das Mitsune benutzt, ist ein Volksinstrument aus dem Nordosten Japans mit einem schrilleren Klang. Wenn Mitsune zu dritt spielen, kann das ganz schön wuchtig klingen. Das Trio ist fest in der traditionellen japanischen Musik verwurzelt, mit einer allerdings modernen und globalen Interpretation dieser Tradition.

Denn: Die Bandmitglieder stammen aus Japan, Deutschland, Australien und Griechenland. Die Instrumentierung bleibt dabei jedoch rein akustisch. Die CD kann auf www.mitsune.de bestellt werden.

Ungewöhnliche Instrumentierung. Schließlich ist da noch das neue Album der gefeierten südkoreanischen Multi-Instrumentalistin und Komponistin Park Jiha. Sie verwendet auf „The Gleam“ (Label: tak:til/Glitterbeat) eine nicht nur für westliche Ohren ungewöhnliche Instrumentierung aus Piri, Saenghwang, Yanggeum und Glockenspiel. Das klingt auch dann noch exotisch, wenn bedacht wird, dass es sich bei den ersten drei Instrumenten um Varianten von Oboe, Mundharmonika und Hackbrett handelt.

Werner Leiss ist Musikkritiker des Südwind-Magazins und Redakteur des „Concerto“, Österreichs Musikmagazin für Jazz, Blues und Worldmusic.

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