Ugandas Bahn kommt wieder ins Rollen

Von Redaktion ·

Alte Strecken werden revitalisiert. Petra Navara (Text) und Peter Garmusch (Fotos) gingen fast vergessenen Schienensträngen entlang.

Geschäftiges Treiben unmittelbar am Gleis – Bilder wie dieses gehören demnächst der Geschichte an.

In Uganda liegen 1.266 Kilometer Schiene. Auf 936 km ist in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren kaum mehr ein Zug gerollt. Bürgerkriege und Missmanagement machten die Uganda-Bahn unrentabel. Die Bahnhöfe in Agonie, die Meterspur unter Bananenhainen und Weiden. In den Städten dient sie als Auslage für Marktwaren – Zwiebel, Sandalen, Plastikgeschirr – dort, wo Slums entlang der ehemals bedeutenden Verkehrsachse gewachsen sind.

Bis vor einem Jahr. Am 26. Oktober 2013 eröffnete Präsident Yoweri Museveni eine alte Teilstrecke. Bis in die 1920er Jahre führte die Uganda-Bahn nur durch Kenia bis an den Viktoriasee. Später wurde das Streckennetz über ugandisches Staatsgebiet weiter gezogen: durch Kampala und Bihanga bis Kasese im Westen und durch Tororo und Gulu bis Pakwach im Norden. Von der ugandisch-kenianischen Grenze fuhren in den vergangenen Jahren nur noch vereinzelt Züge nach Kampala. Tororo – Gulu, jene Teilstrecke, die 2013 wiedereröffnet wurde, war lange überhaupt nicht mehr in Betrieb.

Die private Betreiberin der Uganda-Bahn, die Rift Valley Railways (RVR), gewann Investoren aus Uganda, Kenia, Ägypten, Belgien und Deutschland. Es reicht für das Nötigste zum Wiederaufbau des Unterbaus (nachdem die Slums geschliffen sind), für Reparatur und Anschaffung von Rollmaterial und Ausbildung von Fachkräften.

Langsam erhält die Eisenbahn in Uganda wieder jene Bedeutung, die ihr in einem Land mit rasch wachsender Wirtschaft und Bevölkerung zukommt. Und schon in fünf Jahren werden moderne Züge schwer mit Erzen beladen an den alten Schmalspur-Waggons vorbeiziehen, wenn das nächste Mega-Projekt Chinas in Afrika Wirklichkeit wird: Von Ruanda, Südsudan und der DR Kongo bis Uganda und Kenia … ein ostafrikanisches Netz in Standardspurweite.

Alte Bahnhöfe erstrahlen in neuem Glanz.

Petra Navara verpflichtete sich über 20 Jahre der EZA. Heute lebt die Autorin in Kampala, Uganda.

Peter Garmusch arbeitet als freier Fotograf in der Amplitude zwischen Kunst und Kommerz. Er lebt in Wien und im Südburgenland.

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