Umstrittene Kinderpatenschaften

World Visions Methoden waren der "Szene" von Anfang an suspekt

Von Werner Hörtner
Lange vor Auffliegen der Unterschlagungsaffäre kritisierten entwicklungspolitische Organisationen World Visions Kinderpatenschaften und auch die aggressiven Marketingmethoden des 1950 in den USA gegründeten Hilfswerks. Nicht die Patenschaften an sich, doch den individualistischen Ansatz von World Vision, der das soziale Umfeld der Kinder zuwenig berücksichtigt und auch ihre Befähigung, später einmal selbständig das Leben zu bewältigen. (SOS Kinderdorf z.B. vertritt den genau gegenteiligen Ansatz.)

Ein Antrag von World Vision um Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ) wurde 1996 ablehnend beschieden. "World Vision Österreich erfüllt weder unsere Kriterien von Transparenz und Offenlegung der Einnahmen noch entspricht ihre Arbeit unseren Anforderungen an Entwicklungszusammenarbeit", lautete damals die Begründung. Und im SÜDWIND-Magazin setzten wir uns zuletzt im Oktober 1996 kritisch mit der Arbeit von World Vision und dem Plan zur Errichtung einer Fachschule für Entwicklungs- und Katastrophenhilfe auseinander.

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