Umwelt und Urbanität in Westafrika

Von Christine Zeiner ·

Marie-France Chevron / Christoph Reinprecht / Gaoussou Traoré (Hg.)

Beiträge zur Müllverwertung und Abfallproblematik.

Brandes & Apsel / Südwind, Frankfurt a. M./Wien 2002, EUR 19.90,-.

Die Lektüre des Sammelbandes bringt nicht nur einen großen Lerneffekt über – wie der Titel schon sagt – Umwelt und Urbanität in Westafrika, speziell in Mali. Das Buch bietet gleichzeitig einen Denkanstoß zur Abfallproblematik in den „westlichen Industrieländern“, zum eigenen Heimatland.
So beträgt die durchschnittliche jährliche Abfallmenge in den weniger industrialisierten Ländern 200 kg pro Person; in den hoch industrialisierten Ländern sind es bis zu 800 kg. Doch auch in der „Dritten Welt“ wachsen die Müllberge, Plastikverpackungen werden mehr. Endlager fehlen, manchmal wird Müll ohne Vorsortierung an Bauern als Dünger verkauft, der ins Grundwasser dringt. Fabriken leiten Abwasser direkt in den Niger. Immer mehr motorisierte Fahrzeuge leisten ihren Beitrag zur Luftverschmutzung. Dem gegenüber stehen einerseits die Ohnmacht der Stadtverwaltungen, andererseits lokales Engagement von Basisinitiativen.
Der Band ist in vier Großkapitel gegliedert, wobei jeder Beitrag mit einer Schlussbetrachtung und Literaturhinweisen endet. Teil 1 befasst sich mit Stadtentwicklung, Umweltproblemen und lokalen Initiativen, Teil 2 bietet soziokulturelle Hintergründe des Umweltbewusstseins, Teil 3 greift technologische und wirtschaftliche Lösungsansätze auf und Teil 4 behandelt Aspekte der Wiederverwertung von Abfall. Geboten werden spannende Einblicke bzw. Ausblicke über Kolonialismus und Post-Kolonialismus, Lebensweisen in Westafrika, ökologische, historische, ökonomische, soziologische, technologische und politische Fragestellungen.

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