Umweltschutz kann töten

Ein neuer Film zeigt die Verbrechen, die im Namen der Klimarettung begangen werden.

Von Nora Holzmann
Ulrich Eichelmann bei der Präsentation seines Films „Climate Crimes“ in Wien.

Klimaschutz, so wie er jetzt betrieben wird, ruiniert das, was er vorgibt zu schützen“, sagt Umweltschützer Ulrich Eichelmann. 17 Jahre lang war Eichelmann Wasser-Beauftragter beim WWF, seit 2007 ist er bei der entwicklungspolitischen Organisation ECA-Watch für Staudammprojekte zuständig. Vor einem Jahr hat er die Organisation River Watch gegründet.

Dennoch fand der in Österreich lebende Deutsche Zeit, sich mehr als zwei Jahre lang gemeinsam mit Filmemacher Christoph Walder auf die Spur von Klimaschutzprojekten und „grüner“ Energie zu begeben. Sie besuchten die mesopotamischen Sümpfe im Irak, die Urwälder Amazoniens und Indonesiens, den Südosten der Türkei und Schutzgebiete in Deutschland. In ihrem Film „Climate Crimes“, der im Dezember erstmals im Wiener Urania-Kino gezeigt wurde, ziehen sie eine erschreckende Bilanz: Abseits globaler Konferenzen und schöner Worte entstehen im Namen des Klimaschutzes zerstörerische Megaprojekte.

Das Geld, das unsere Erde retten soll, fließt in Staudämme, Atomkraftwerke oder Monokulturen für so genannten Biosprit und Biogas. Eichelmanns Fazit: Der angebliche Kampf gegen den Klimawandel löst den größten Schub an Naturzerstörung aus, den die Erde in den letzten Jahrzehnten erleben musste. „Am besten wäre: ein Ausbaustopp von Wasserkraftwerken und das Verbot von Agrotreibstoffen. Grundsätzlich müssen wir aber weg vom Wachstum, raus aus diesem Hamsterrad. Wir produzieren nicht zu wenig Energie – wir verbrauchen zu viel.“

„Climate Crimes“ soll am 5. Februar im Rahmen der Sendung „kreuz und quer“ in ORF 2 ausgestrahlt werden. Danach ist der Film bis 12. Februar online in der TVthek abrufbar: www.tvthek.orf.at
Die DVD kann um 15 Euro bestellt werden unter: info@riverwatch.eu

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