Unter der Lupe

Von Redaktion ·

Der britische Investigativ-Journalist Tom Burgis liefert mit seinem Erstlingswerk „Der Fluch des Reichtums“ spannende Einblicke in die Rohstoff-Plünderung Afrikas.

Von Fünfsternehotels in der angolanischen Hauptstadt Luanda reist Tom Burgis in seinem Buch „Der Fluch des Reichtums“ direkt in eine Geschäftszentrale in der US-Öl-„Hauptstadt“ Houston. Über Jacksonville, Florida geht es nach Conakry, Guinea – und weiter, z.B. nach Peking: Der Autor deckt die Verbindungen des internationalen Geschäftes mit afrikanischen Rohstoffen auf und heftet sich an die Fersen zweifelhafter Protagonisten.

Über die Ausbeutung der Rohstoffe auf Kosten der Menschen im globalen Süden hört man immer wieder. Burgis liefert erstaunliche Details dazu und veranschaulicht die Prozesse dahinter. Das Buch blickt auf den gesamten afrikanischen Kontinent, zoomt dabei aber rein und schaut sich Länder und Protagonisten ganz genau an: Korruption, Schmuggel, illegale Geschäfte etc. – wer sind die AkteurInnen im jeweiligen Inland und welche Rolle spielen internationale Player, wie etwa Konzerne? Wie sind mafiöse Strukturen entstanden? Burgis, der lange für die „Financial Times“ tätig war, liefert Antworten.

Tom Burgis: „Der Fluch des Reichtums“ (Westend Verlag, Frankfurt 2016, € 24,70)

Systematisch. Angola, DR Kongo oder Nigeria – Burgis nimmt sich Staaten vor, in denen die negativen Auswirkungen von Ressourcen-Geschäften auf Umwelt und Menschen besonders stark ausgeprägt sind. Schon in der Einleitung betont er dabei, dass der „Ressourcenfluch“ nicht „einfach irgendein bedauerliches wirtschaftliches Phänomen“ sei: „Tatsächlich ist das, was in den afrikanischen Rohstoffstaaten vor sich geht, eine systematische Plünderung. Genau wie die Opfer kann man auch die Nutznießer beim Namen nennen.“

Genau das macht Burgis, und das in einer sehr spannenden, aber auch nachvollziehbaren Art und Weise. Der deutsche Titel ist dabei etwas irreführend: „Der Fluch des Reichtums“ klingt eben viel passiver als der englische Originaltitel „The Looting Machine“ („Die Plünderungsmaschine“).   sol

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