Viel zu tun

Österreich hat in Sachen Biodiversität großen Handlungsbedarf: Über 80 Prozent der hierzulande durch die EU-Umweltagentur bewerteten Arten weisen einen mangelhaften bis schlechten Zustand auf, so ein im Herbst 2020 veröffentlichter Bericht. Damit liegt Österreich auf dem vorletzten Platz von 28 untersuchten Ländern.

Umweltministerin Leonore Gewessler kündigte 2020 die Einrichtung eines Biodiversitäts-Fonds an. 2021 soll dieser im Rahmen des Klimschutz-Budgets mit fünf Millionen Euro dotiert sein. Viel zu wenig, wie etwa die NGO Global 2000 kritisiert: „Wir schließen uns der Forderung des Österreichischen Biodiversitätsrates an, den Fonds auf mindestens eine Mrd. Euro jährlich aufzustocken“, betont Sprecher Michael Lachsteiner.

Zudem arbeitet das Umweltministerium (BMK) an einer Biodiversitätsstrategie. Dafür wurden die Ergebnisse einer öffentlichen Konsultation im Herbst/Winter ausgewertet. Neben nationalem Input sollen auch die Entwicklungen zur Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie so-wie zu den neuen globalen Biodiversitätszielen miteinbezogen werden.

Einen Termin, wann die Biodiversitätsstrategie vorliegt, nennt das BMK nicht. Der Umweltdachverband rechnet in den kommenden Monaten damit und hofft, dass erste Umsetzungsprojekte noch im ersten Halbjahr 2021 starten können. Derzeit funktioniere „die öffentliche Einbindung recht gut“, so Karin Hartmeyer vom Umweltdachverband gegenüber dem Südwind-Magazin.

Global 2000 sieht noch einige To-dos: „Im Strategieentwurf fehlen die konkreten, messbaren Ziele und vor allem auch die Zuständigkeiten und zeitliche sowie finanzielle Vorgaben“, so Lachsteiner. Und: „Generell braucht es besonders für die Landwirtschaft einen geeigneten Rahmen, um die Biodiversität in den Agrarlandschaften wieder zu erhöhen.“

sol

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