Vietnam

Franz-Joseph Krücker

Von Andreas Liberda

Reiseführer. Trescher Verlag, Berlin 2011, 396 Seiten, € 19,95

Der Trescher Verlag hat sich bei seinen Reiseführern auf den Osten Europas und die GUS-Staaten spezialisiert. Er hat aber auch einige Länder Zentral-, Mittel- und Ostasiens im Programm. Ein eben erschienener Band widmet sich – genauso wie die Titelgeschichte dieser Südwind-Ausgabe – Vietnam.

Die meisten von uns machten ihre ersten Vietnam-Erfahrungen gemeinsam mit Sylvester Stallone, Martin Sheen oder Chuck Norris; Ältere haben noch den Vietnamkrieg miterlebt und gegen die Kriegsgräuel der USA protestiert. Asienexperte Franz-Joseph Krücker räumt jedoch gleich zu Beginn mit dem Mythos Vietnams als Kriegsland auf, wenngleich er sich bei seinem Einblick in die Geschichte des Landes der konfliktreichen Vergangenheit nicht entziehen kann und will. So widmet er gut die Hälfte des Buches der Geschichte Vietnams bis in die Gegenwart, eines Landes, das weit mehr zu bieten hat, als es einem diverse (Anti)-Kriegsfilme vermitteln wollen. Somit wird der Reiseführer zugleich ein Buch über die Philosophie, die Religionen, die Kultur und Kunst des Landes.

Vietnam präsentiert sich im Jahr 2011 als eine immer stärker wachsende Touristendestination. Seit einigen Jahren haben nicht nur Rucksack- und Individualreisende, sondern auch immer mehr Pauschalreisende das Land für sich entdeckt. Vietnam zeigt sich aber trotz wachsenden Zustroms an TouristInnen weiterhin vielseitig, freundlich und bunt.

Die zweite Hälfte des Buches führt von Norden nach Süden durch das vielfältige Reiseland. Ausführlich beschreibt der Autor die beiden „Reiskörbe“ Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt (das frühere Saigon) sowie deren Umland. Die „Tragestange“ zwischen den beiden Metropolen kommt dabei etwas zu kurz. Doch für einen erstmaligen Besuch des Landes ist der Reiseführer sicherlich eine hervorragende Begleitung.

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