Von Buenos Aires zum chinesischen Stummfilm

Von WeH ·

Das Filmfestival Viennale bringt in der zweiten Oktoberhälfte wieder interessantes Kino nach Wien, das sonst nie zu sehen wäre.

In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte das chinesische Kino ein unglaublich hohes Niveau, mit Shanghai als Zentrum der Filmproduktion. Der große Star dieser Zeit war Ruan Lingyu, vergleichbar mit „unserer“ Greta Garbo. Doch die Künstlerin nahm sich schon mit 25 Jahren das Leben, weil sie wegen ihres freizügigen Lebens in der Presse oft angegriffen wurde. Die Viennale zeigt vier der wichtigsten erhaltenen Filme mit Ruan Lingyu und einen Film über sie aus dem Jahr 1991, mit Maggie Cheung in der Hauptrolle.
Der philippinische Regisseur Lav Diaz hat fast zwei Jahrzehnte lang die Entwicklung einer Bauernfamilie seiner Heimat aufgezeichnet, eine Dokumentation über eine Familie am Rande des Dschungels, am Rande der Gesellschaft, im täglichen Kampf ums Überleben. Herausgekommen ist ein filmisches Meisterwerk, das Viennale-Direktor Hans Hurch besonders hervorhebt. „Die Entwicklung einer philippinischen Familie“ dauert zehn Stunden lang und wird an einem Tag gespielt, in einem Stück – und bei freiem Eintritt.
Eines der Sonderprogramme des Festivals beschäftigt sich mit Buenos Aires, doch nicht im Sinne einer realistischen Bestandsaufnahme der Stadt des Tango, sondern als Portrait einer Stadt, die es nicht gibt, die in den Studios erfunden wurde, einer geträumten und phantasierten Welt: „Buenos Aires dreams itself“, kuratiert von Eduardo Antín („Qintín“), einst selbst Direktor des Filmfestivals von Buenos Aires.
Weiters eine umfassende Retrospektive zu Andy Warhol (beginnt bereits am 1. Oktober), ein Sonderprogramm mit der englischen Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin – und an die 100 Spiel- und Dokumentarfilme, darunter zahlreiche Welturaufführungen.

Kartenvorverkauf ab 1.10., Tel. 0800 664 005, www.viennale.at

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