Von Gut zu Besser

Von Nora Holzmann
Ein echter BOSS zahlt fairen Lohn: Aktivistinnen und Aktivisten der Clean Clothes Kamapagne treten gegen Ausbeutung durch Hugo Boss ein. Sie wollen keine Spendengelder vom Konzern, sondern einen strukturellen Wandel bewirken.

Seit langer Zeit schon schließen sich Menschen zu wohltätigen Organisationen zusammen, um soziale Missstände zu bekämpfen, die von den Regierenden keine oder nicht genug Beachtung finden. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes beispielsweise wurde schon 1863 gegründet. Seitdem sind solche Zusammenschlüsse immer mehr geworden, und sie haben einen Namen bekommen: NGOs – Nichtregierungsorganisationen.

„Für jedes Problem gibt es mindestens eine NGO“, sagt angeblich ein Sprichwort. Und Probleme gibt es viele auf der Welt und mit ihnen Millionen von NGOs. Allein in den USA sollen es über 1,5 Millionen sein, in Indien sogar mehr als doppelt so viele.

In Österreich bewegt sich die Zahl wahrscheinlich eher im dreistelligen Bereich. 39 NGOs aus den Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit, der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und der Humanitären Hilfe haben sich etwa in der Dachorganisation Globale Verantwortung zusammengeschlossen. Wie viele NGOs es aber insgesamt hierzulande gibt, darüber führt niemand Buch. Von der Aids Hilfe Wien über die Johanniter bis zum WWF – was eine NGO ist, ist nicht gesetzlich definiert, und es gibt keine öffentliche Stelle, die Organisationen offiziell als NGOs registriert.

Es geht ihnen nicht um Gewinn, sondern um das Gemeinwohl – das ist wohl das Hauptmerkmal, mit dem NGOs sich selbst beschreiben würden, und so sieht sie auch die Öffentlichkeit. NGOs schreiben sich auf ihre Fahnen, unabhängig von Staat und Wirtschaft zu sein und die Interessen der Zivilgesellschaft zu vertreten. Doch wie sehr gelingt ihnen das wirklich?

Einer der Hauptvorwürfe von Kritikerinnen und Kritikern lautet, dass vor allem einige große NGOs für das Fließen von Spendengeldern jegliche Skrupel über Bord werfen: Die einen fungieren als moralisches Feigenblatt für Großkonzerne, die anderen werben mit würdelosen und reißerischen Darstellungen verhungernder Menschen. Und wenn sie Rechenschaft ablegen, dann nur gegenüber ihren Geldgebern, nicht gegenüber jenen, denen sie eigentlich helfen sollten. Wo aber wären wir ohne NGOs? Sicher schlechter dran. Dennoch: Auch die „Guten“ könnten sich ordentlich bessern.

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