Was zählt beim Umgang mit Spielzeug?

Von Redaktion ·

Spielen soll Spaß machen!
Überlegen Sie, ob Ihre Kinder mit dem Spielzeug vielfältig spielen können. Je mehr Ihnen dazu einfällt, desto länger wird auch Ihr Kind daran Freude haben. Vielleicht ist es überlegenswert, dass für ein teureres, hochwertiges, variantenreiches Systemspielzeug mehrere SchenkerInnen zusammenlegen?

Ausgewiesenen Lernspielen zu Farben, Zahlen, Rechnen, Schreiben etc. fehlt häufig der zum Spielen gehörige wichtige Spaßfaktor. Seien Sie sich sicher: Ihre Kinder lernen bei jedem Spiel soziale Fähigkeiten und vieles mehr. Sie können mit gutem Gewissen auf den Spaß am Spiel(zeug) fokussieren.

Spielen muss sicher sein!
Es gibt Möglichkeiten, sich zu vergewissern, ob Spielsachen sicher sind. Dazu gehören vor allem Hinweise auf der Verpackung: das Prüfzeichen des TÜV Rheinland, das die Spielzeugsicherheit testet; die aus Pfeilen gebildeten Dreiecke mit den Ziffern 02, 04, 05 und den Kürzeln PE, PE-LD, PE-HD oder PP, die die Unbedenklichkeit des Kunststoffes garantieren; und vor allem Ihr gesunder Menschenverstand: Parfümiertes und stark (nach Gummi oder Plastik) riechendes Spielzeug lieber stehen lassen! Plüschtiere und Textilien vor dem Verschenken waschen!

Echte Schnäppchen gibt es kaum, d. h. besonders billiges Spielzeug ist mit aller Wahrscheinlichkeit auch billig produziert und meist nicht kontrolliert.

Spielen soll niemandes Menschenrechte verletzen!
Leider gibt es noch kein Siegel für fair produziertes Spielzeug. Das bedeutet, dass es bei der Produktion von fast allen Spielzeugen zur Ausbeutung der ArbeiterInnen kommt. Gesicherte Ausnahmen bilden die Spiele aus dem Weltladen. Für die anderen Spielsachen ist der Weg noch weit. Es gibt ein paar (europäische) Unternehmen, denen es glaubwürdig nicht egal ist, wie ihre Spielsachen produziert werden. Auch Sie können etwas tun: Lassen Sie die Spielzeugunternehmen wissen, dass Sie KEIN Spielzeug kaufen wollen, bei dem Menschenrechte verletzt werden. Unterstützen Sie die Kampagne „Spielsachen fair machen!“, die sich dafür einsetzt, dass sich die Situation in den Spielzeugfabriken verbessert. Das geht mit Shopkarten, Urgent Actions, Petitionen u.v.m. (siehe auch nebenstehender Kasten).

Spielen ist auch Konsum!
Überlegen Sie vor dem Kauf, ob Sie das Spielzeug wirklich für Ihr Kind kaufen – und nicht doch für sich selbst? Und stellen Sie sich einmal vor, wie viel Plastikmüll jedes Jahr allein durch weggeworfenes Spielzeug entsteht.

Für Kinder macht es in der Regel keinen Unterschied, ob ihre Spielsachen gebraucht oder neu sind, solange sie variantenreich bespielbar sind. Und wenn sie wirklich nicht mehr gebraucht werden, gibt es viele Möglichkeiten, anderen damit noch eine Freude zu machen: On-line oder auf dem Flohmarkt weiter verkaufen, den Kinder gestatten, Spielzeug mit ihren Freunden zu tauschen, an Bekannte weiter schenken oder karitativen Einrichtungen spenden.

Spielen braucht nicht immer Spielzeug!
Handwerken, kochen oder backen Sie mit Ihren Kindern! Mit echten Werkzeugen. Trauen Sie Ihren Kindern etwas zu. Sie werden erstaunt sein, wie geschickt sich sogar die Kleinsten anstellen!

Und raus an die frische Luft: Fangen spielen, Verstecken spielen, Balancieren, um die Wette rennen oder fahren tut nicht nur Kindern gut.

Red
 

Zum Weiterlesen

Eric Clark: The Real Toy Story
Black Swan, London 2007

Hugh Cunningham: Die Geschichte des Kindes in der Neuzeit
Artemis und Winkler, Düsseldorf 2006

O. Fred Donaldson: Von Herzen spielen
Arbor Verlag (2. Auflage), Freiamt 2007

Jürgen Fritz: Spielzeugwelten
Juventa, Weinheim und München 1989

Peter N. Stearns: Kindheit und Kindsein in der Menschheitsgeschichte
Magnus Verlag, Essen 2007

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