Wirtschaft entwickelt

Private Wirtschaftspartnerschaften sollen konstruktive Entwicklungsimpulse geben.

Von Werner Hörtner
Staatssekretärin Benita Ferrero-Waldner stellte kürzlich in der Wirtschaftskammer Salzburg ein neues Förderprogramm der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit vor, mit dem gleichzeitig Klein- und Mittelbetriebe sowohl in Österreich als auch in den Entwicklungsländern unterstützt werden sollen. Die vielzitierte Globalisierung berge große Chancen und große Risken in sich und schaffe Gewinner und Verlierer, so die für die Entwicklungszusammenarbeit zuständige Staatssekretärin, und dabei sei - den österreichischen Nationalökonomen Josef Schumpeter zitierend - "der am Status quo Beharrende und nicht über den eigenen Gartenzaun Hinausschauende der Verlierer".

Als süße Verlockung hielt die Staatssekretärin den VertreterInnen der Wirtschaft die soeben erreichten sechs Milliarden Weltbevölkerung vor Augen, von denen der Großteil in der sogenannten Dritten Welt lebt. Und die neue Initiative des Außenministeriums richtet sich ganz bewußt als Hilfestellung an jene risikobereiten Unternehmer, die sich in der Dritten Welt engagieren wollen. Zu diesem Zweck sind das System der privaten Wirtschaftspartnerschaften und neue Vergaberichtlinien für die bilaterale Entwicklungshilfe ausgearbeitet worden.

Das Ziel der privaten Wirtschaftspartnerschaft ist die Förderung von Projekten, die eine langfristige Kooperation zwischen einem österreichischen Unternehmen und einem Betrieb im Entwicklungsland zum Ziel haben, wobei im Partnerland eine möglichst höhe Wertschöpfung erreicht werden soll. Benita Ferrero-Waldner zitierte in diesem Zusammenhang die staatlich geförderte Zusammenarbeit zwischen einem oberösterreichischen Mittelbetrieb der Telekommunikationsbranche mit einem südafrikanischen Unternehmen. Der staatliche Zuschuß bei solchen Projekten beträgt zwischen 25 und 30 Prozent, maximal eine Million Schilling.

"Entwicklung mit Gewinn" nennt die Staatssekretärin diese Initiative. Bleibt zu hoffen, daß ein beträchtlicher Teil des Gewinns auch den ArbeiterInnen der Partnerunternehmen zugute kommt: Von einer Koppelung der Förderung an Sozial- und Umweltstandards zum Beispiel war bei der Präsenation des neuen Programms nicht die Rede.

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