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Wirtschaft? Revolution!

Christian Felber beschäftigt sich in seinem neuen Buch mit den Wirtschaftswissenschaften und möchte sie revolutionieren.

Er ist Mitbegründer der globalisierungskritischen NGO Attac Austria. 2010 initiierte er die Gemeinwohl-Ökonomie und die Genossenschaft für Gemeinwohl. Die Gründung einer Gemeinwohlbank ist gescheitert.

Christian Felber ist ein Unbequemer, und so etwas wie der Gottseibeiuns vieler WirtschaftswissenschaftlerInnen. Sein neues Buch beginnt mit einer Bestandsaufnahme der Kritik an der Wirtschaftswissenschaft auf allen Ebenen: Geschichte, Epistemologie, Theorie, Methoden, Lehrbücher, Wissenschaftsbetrieb und Gender.

An den Hochschulen gilt die Neoklassik, jene Richtung, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begründet wurde – „vollkommener Markt“ etc. – nach wie vor als sakrosankt. Mittlerweile wollen das aber längst nicht mehr alle Studierenden hinnehmen.

Lösungen. Neben aller Kritik an der Neoklassik werden in „This Is Not Economy“ auch Lösungsmöglichkeiten angeboten. Diese sind vielfältig und erstrecken sich neben der Gemeinwohl-Ökonomie über andere von der vorherrschenden Richtung abweichende Lehren wie Genderökonomik, historische Ökonomik, ökologische Ökonomik, postkeynesianische Theorien, Systemwissenschaften und Komplexitätsökonomik.  Diese mögen, so Felber, fruchtbar zusammengeführt werden.

Es gab von Seiten verschiedener ÖkonomInnen eine Menge Kritik am neuen Buch Felbers und ganz generell an seinen Ansätzen. Viele Stunden kann man im Web damit verbringen, sich mit den Thesen Felbers und mit den Repliken des „Mainstreams“ auseinanderzusetzen. Diese – teils auch sehr emotional geführten – Debatten sind dabei oftmals durchaus sehr interessant, erreicht die Verlierer des Systems aber natürlich nicht.

Eine Antwort auf die durch die herrschende Ideologie hervorgerufenen gesellschaftlichen Verwerfungen und etwa eine Hilfe für das Heer an prekär Beschäftigten mit atypischen Jobs lässt sich vielleicht dann doch eher in den Ideen Felbers finden.

Werner Leiss

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