Zehn Wirtschaftsmythen

Die Macht eingefleischter Vorstellungen sollte niemals unterschätzt werden, stellen die New-Internationalist Redakteure Dinyar Godrej und David Ransom fest.

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In der Wirtschaft überwiegt heute vor allem die Vorstellung, dass man dem Markt am besten freien Lauf lassen sollte. Wäre er wirklich frei und weltumspannend, unbehindert von staatlichen Eingriffen und Rechten der arbeitenden Menschen, würden uns die Marktkräfte eine Art Schlaraffenland bescheren, das allen mehr als genug zu bieten hätte, den Reichen ebenso wie den Armen. Regulierung, soziale Sicherheit, staatliches Eigentum, all das steht dem im Wege, so der Glaube.

Dieses wirtschaftliche Glaubensbekenntnis heißt Neoliberalismus – „Neo“ deshalb, weil es sich um eine Wiederbelebung wirtschaftsliberaler Theorien aus dem 18. Jahrhundert handelt, wonach sich der Staat jeder Einmischung in Produktion und Handel zu enthalten hätte. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich diese Vorstellungen bei den regierenden Eliten. Praktikable Antworten auf die Wirtschaftskrisen der letzten Jahre sucht man im einschlägigen Katechismus aber vergebens.

Was wir brauchen, ist eine sozialere und wirklichkeitsnahe Vision der Wirtschaft, und das wird heute nicht nur auf den Straßen gefordert, sondern auch an den Universitäten, wo Studierende gegen die ökonomische Orthodoxie protestieren, die ihnen dort vorgekaut wird. Und das ist es auch, was uns dazu bewogen hat, zehn der Wirtschaftsmythen zu präsentieren, die den größten Schaden anrichten – und die wir dringendst auf die Müllhalde der Geschichte befördern müssen.

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