Zeitung aus Jeans

Von Martin Frimmel ·

Für jede Verwendung von Urwald-Holz gibt es Alternativen, beweist ein neuer Greenpeace-Report.

Die Holz verarbeitende Industrie bezieht ihre Ressourcen zu einem großen Teil immer noch aus Regenwäldern. Ein kürzlich erschienener Greenpeace-Report zeigt, dass es Alternativen zu Tropenholz längst gibt. „Der Urwaldzerstörung kann durch Einsparung, Recycling und alternative Produkte Einhalt geboten werden“, sagt Wolfgang Pekny, Greenpeace-Waldexperte.

Weltweit sind 80 Prozent der zusammenhängenden Urwälder bereits zerstört, 39 Prozent der Überreste sind bedroht, vor allem durch Schlägerungen für die Holzgewinnung. Hauptmärkte sind die USA, Europa und Japan, die zusammen mehr als die Hälfte des Weltbedarfs verbrauchen.

Gründe, die verbliebenen Urwälder zu schützen, gibt es viele: Die Wälder beeinflussen das Weltklima und beherbergen einen großen Artenreichtum. Immer mehr Menschen erkennen die Wichtigkeit von Regenwäldern. Unter dem Druck der Konsumenten willigt eine wachsende Zahl an Konzernen ein, nur mehr Holzprodukte aus ökologisch bewirtschafteten Wäldern zu beziehen. Der Report bringt Beispiele solcher positiver Firmen-Initiativen.

Für jede Verwendung von Urwald-Holz gibt es Alternativen. So verkauft eine wachsende Anzahl von Firmen in den USA wiederaufbereitetes Bauholz. Eine andere neue Entwicklung ist die Nutzung technisch veränderter Holzprodukte wie OSB- oder Glulam-Produkte (siehe Fußnote), die auch die Verwendung von Holz mit kleinen Durchmessern, etwa von Sekundärwäldern und -plantagen ermöglichen. In den USA wurden 1993 23 Million mł Rundholz eingespart.

Andere Alternativen sind MDF oder Bambus: Die kanadische Firma „CanFibre“ produziert MDF, das zu 100% aus Recyling-Holz stammt und ohne Formaldehyd verarbeitet wird. Auch die „Verwandlung“ von Weichhölzern in Harthölzer durch thermische Behandlung ist eine viel versprechende Entwicklung.

Druck-, Schreib- und Zeitungspapier machen zusammen 41% des Weltpapierverbrauchs aus. Firmen könnten den Papierverbrauch um mindestens 20% verringern – z.B. durch Recyling-Papier, doppelseitiges Kopieren und die Verwendung von leichtem Papier. Eine Firma, die den Papierverbrauch radikal gekürzt hat, ist der US-Kommunikationsriese AT&T. Jedes Jahr spart er 21 Millionen Blätter Papier ein, indem er Rechnungen nur mehr elektronisch verschickt.

7% aller Fasern, die weltweit für Papier verwendet werden, setzen sich nicht aus Holz zusammen, sondern aus Stroh, Zuckerrohrabfällen, Bambus, Hanf, Flachs und Jutefasern. Während das meiste „Baum-freie“ Papier in China produziert wird, produzieren Firmen in den USA sogar Papier aus Second-Hand-Jeans. Derzeit noch eine Rarität, vielleicht setzt sich aber der Trend zur Papierreduktion global doch noch durch.

Martin Frimmel ist freier Journalist und Waldexperte bei Greenpeace Österreich.

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