Zornig und intensiv

Von Werner Leiss

Hans Söllner nimmt sich seit jeher kein Blatt vor den Mund. Er singt, wie ihm der oberbayrische Schnabel gewachsen ist. Seine Denkansätze können als radikal bezeichnet werden. Er war schon immer weit mehr als der Cannabislegalisierungs-Verfechter aus Bad Reichenhall, als der er vielen hauptsächlich schon fast ewig in Erinnerung ist. Nach einer Werkschau mit neu aufgenommenen alten Sachen hat er nun ganz neue Lieder teils solo mit seiner Gitarre, teils mit Band eingespielt. Die zelebriert zwar nicht wie einst Bayerman Vibration ihre spezielle Version von Reggae, lässt aber durchaus Anklänge erkennen.

Der Söllner selbst präsentiert sich zornig und intensiv wie schon lange nicht mehr. Einerseits ein Album mit Liedern voller Liebe, Sehnsucht und Poesie, wie „Wia die do drent“, ergreifend veranschaulicht. Und dann wieder solche mit erfrischend radikalen politischen Inhalten wie „Durch eicha Politik“ eines ist. Und manchmal halt auch eines mit Texten ziemlich jenseits des guten Geschmacks. Und auf „Ganja“ frönt er schließlich ausgiebig seiner großen Leidenschaft, das muss schon auch sein. Eine derart kontroversielle Figur lässt sich heutzutage lange suchen, so jemanden darf es ja eigentlich gar nicht mehr geben. Ein konsequenter Querulant, im Grunde wohl ein Anarchist.

Söllner
SoSoSo
Trikont: Vertrieb: Lotus

nach oben

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen