Was bin ich wert?

Film

DVD, 101 Min. Doku von Peter Scharf

Wie viel Euro würde ich für mich selbst bekommen? Ob wir es wollen oder nicht: Jede und jeder von uns trägt, bildlich gesprochen, ein unsichtbares Preisschild. Aber wie lässt sich ein menschliches Leben berechnen? Der Journalist und Regisseur Peter Scharf machte sich auf die Suche nach Berechnungsarten.

Am Beginn steht der Wert der Einzelteilen bzw. der Flüssigkeiten des Körpers: 20 Euro für eine Blutspende, 50 Euro für Sperma und 60 Euro für Haare. Während Scharf Menschen auf der ganzen Welt aufsucht, um seinen eigenen Wert herauszufinden, stößt er immer wieder auf kuriose Praktiken. Einer der eigenartigsten Fälle ist der Verkauf des Rückens eines lebenden Menschen. 50.000 Dollar bezahlte ein deutscher Kunstsammler für Tim Steiners Rücken, der von einem Künstler tätowiert wurde. Zwei Mal im Jahr ist Steiner nun dazu verpflichtet, seinen nackten Rücken mit dem Tattoo auszustellen. Vertraglich festgelegt ist ebenso, dass die Haut samt Tätowierung nach seinem Tod abgezogen und komplett in den Besitz des Käufers übergeht.

In Moldawien trifft Scharf auf Männer, die ihr Recht am eigenen Körper nicht freiwillig geteilt haben: es geht um Opfer illegalen Organhandels. Nicht selten werden moldawische Gastarbeiter mit dem Versprechen auf Arbeit in die Türkei gelockt. Dort werden sie dazu gebracht (sie haben keine andere Wahl), ihre Niere zu verkaufen. Zahlen die Empfänger dabei bis zu 80.000 Euro pro Lebendspende, erhalten die „Spender“ oft nicht mehr als rund 2.000 Euro.

Aber es geht nicht nur um die Frage, wie viel der Körper eines Menschen heute wert ist. Scharf entdeckt auf seiner Recherche auch andere kuriose Bewertungen. Etwa die von dem Entschädigungsspezialisten Kenneth Feinberg, der über die Beträge für die Hinterbliebenen des Terrorangriffs auf das World Trade Center am 11. September 2001 entscheidet. Interessant dabei: Das Leben eines Feuer-wehrmannes bewertet er um eine Million Euro geringer als das eines Börsenmaklers.

Der Mensch als Ware: Der Film zeigt skurril anmutende, aber reale Umgänge mit Leben und Körper auf.
Stephanie Anko

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