Weichen für das Schicksal der Welt

Einflussreiche, engagierte Menschen aus der ganzen Welt richten anlässlich der Kampagne action/2015, die Mitte Jänner auch in Österreich gestartet ist, einen Appell an die Staats- und Regierungschefs.

„Österreich darf das Entscheidungsjahr für die Zukunft der Welt nicht verschlafen“, appellierten am 16. Februar vor dem Johann-Strauß-Denkmal im Wiener Stadtpark heimische NGO-VertreterInnen an die Bundesregierung.

Sehr geehrte Staats- und Regierungschefs!
Cc: alle anderen

Es gibt Momente in der Geschichte, die zu Wendepunkten werden. Wir sind der Meinung, dass 2015 ein solcher Moment sein wird. Es ist das wichtigste Jahr dieses Jahrtausends, um Entscheidungen mit globaler Wirkung zu treffen.

Wir sind davon überzeugt, dass das Jahr 2015 mit einer neuen globalen Vereinbarung enden kann, mit einem gemeinsamen Plan für eine bessere und sichere Zukunft für die Menschen und den Planeten, der allen BürgerInnen dieser Welt Motivation sein wird. Oder es kommt anders – und wir werden es noch in künftigen Generationen bereuen. Auf welcher Seite der Geschichte werden Sie stehen?

Es gibt Millionen von Stimmen, die Sie nicht ignorieren können. Es sind die Stimmen der Menschen, die Sie repräsentieren. Es sind Stimmen von Menschen jeden Alters aus jedem Winkel der Erde. Die Stimme des jungen Mädchens, das nicht zur Schule gehen durfte … die der schwangeren Mutter, die keine medizinische Versorgung erhielt … die der Jugendlichen, die keine menschenwürdige Arbeit haben … die der Minderheitenfamilie, die Angst vor Diskriminierung durch korrupte Beamte hat … die der Bäuerinnen und Bauern, die der Klimawandel in die Städte treibt … und die von Milliarden weiterer Menschen. Diese Stimmen werden sich noch lauter gegen Ungleichheit und Ungerechtigkeit erheben, die Menschen in Armut verharren lassen. Diese Stimmen rufen Sie dazu auf, einen großen neuen globalen Vertrag für die Menschheit zu erarbeiten und diesen dann gemeinsam umzusetzen. Jetzt im Jahr 2015 haben Sie die historische Chance, genau dies zu tun.

In diesem Jahr stehen zwei immens wichtige UN-Gipfel an. Der erste im September, auf dem die Welt neue Ziele beschließen muss, um extreme Armut und Ungleichheit zu beenden und einen nachhaltigeren Umgang mit dem Planeten zu gewährleisten. Und der zweite im Dezember, der Klimagipfel, auf dem wir sicherstellen müssen, dass nicht unsere Kinder die Zeche für den Wohlstand der heutigen Generation zahlen.

Beide Chancen zusammen sind die größten zu unseren Lebzeiten. Vom Kampf gegen Aids, Malaria, vermeidbare Krankheiten und die Ausweitung des Ozonlochs wissen wir, dass wir gemeinsam viel erreichen können. Jetzt – nur wenige Monate vor diesen Gipfeln – müssen allerdings zunächst einige hochrangige Politiker ihrer Führungsrolle gerecht werden. In der Klimafrage gibt es Fortschritte, aber nicht im eigentlich erforderlichen Umfang. Und es gibt Ziele, die zwar sehr ehrgeizig sind, deren Wirkung ohne von ganz oben vereinbarte und umgesetzte Finanzierung jedoch verpuffen wird.

Ändert sich dies nicht, könnten Sie und Ihre KollegInnen die Welt sehenden Auges in eines der größten Versäumnisse der jüngsten Geschichte führen. Noch ist es nicht zu spät, die Gelegenheit beim Schopf zu packen. Wir bitten Sie, mitzuhelfen, damit dies gelingt.

Noch einmal in aller Eindringlichkeit: Was wir 2015 beschließen, wird die Weichen für das Schicksal der Welt in den nächsten Jahrzehnten stellen. Bitte wählen Sie den richtigen Weg!

Aamir Khan, Schauspieler und Aktivist

Angelique Kidjo, Sängerin und Aktivistin

Annie Lennox, Musikerin und Aktivistin

Bono, Lead-Sänger von U2

Desmond Tutu, ehemaliger Erzbischof von Kapstadt

Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia

Jody Williams, Friedensnobelpreisträgerin von 1997 und Vorsitzende der Initiative der Nobelpreisträgerinnen

José Padilha, Regisseur

Leymah Gbowee, Friedensnobelpreisträgerin von 2011

Malala Yousafzai, Mitbegründerin des Malala Funds und Friedensnobelpreisträgerin von 2014

Mary Robinson, Präsidentin der Mary Robinson ­Foundation – Climate Justice

Mo Ibrahim, Philanthrop und Aktivist

Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger von 2006

Shakira, Sängerin und Aktivistin

Sharan Burrow, Präsidentin des Internationalen Gewerkschaftsbunds

Sting, Musiker, Sänger, Songschreiber und Aktivist

Yvonne Chaka Chaka, Präsidentin der Princess of Africa Foundation

und viele mehr …

Nähere Infos zur Kampagne: www.action2015.org
Übersetzung: ONE, www.one.org

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