Mama Coca

Von Redaktion · · 2014/06

Film

DVD, 88 Min.

Wie lebt es sich in einem Land, das seit Jahrzehnten Schauplatz des Krieg um eine Droge ist? Seit sich Kolumbien zu einem wichtigen Zentrum im internationalen Kokaanbau und Kokain-handel entwickelte, erlebt es eine Spirale aus Gier und Gewalt. „Mama Coca“ lässt die unterschiedlichsten Menschen zu Wort kommen – Indigene, für deren Kultur das Coca-Blatt eine zentrale Rolle spielt, eine ehemalige Guerilla-Kämpferin, einen mittlerweile inhaftierten deutschen Drogendealer.

Der Dokumentarfilm blickt auf den industrialisierten Drogenhandel im Land und thematisiert den jahrzehntelangen bewaffneten Konflikt und seine ProtagonistInnen. Natürlich kommt man dabei weder an der vom Geschäft mit den Drogen korrumpierten Guerillabewegung FARC vorbei noch an der Rolle des Staates, der Armee und paramilitärischer Gruppen – genauso wenig wie am Mythos Pablo Escobar. Er war Kopf des mittlerweile zerschlagenen Medellín-Kartells und einer der mächtigsten Drogendealer aller Zeiten. Dem 1993 getöteten Escobar – je nach Lesart Held oder herzloser Verbrecher – wird in Teilen des Landes bis heute Verehrung zuteil, wie in bizarren Szenen des Films deutlich wird.

„Mama Coca“ zeigt auf, wie viele Schicksale der Drogenkrieg seit Jahrzehnten bestimmt hat. Er vermittelt eine Ahnung vom weiten Weg des weißen Pulvers von den Plantagen über die großen Häfen in Hamburg oder Rotterdam bis zu den Nachtclubs in europäischen Städten. Es geht um den Profit, der damit gemacht wird, um die Verstrickung der unterschiedlichen AkteurInnen – und um den Preis, den die Menschen in den Anbauländern zahlen. Auch die Scheinheiligkeit der USA – aber auch Europas – im Umgang mit Kokain wird deutlich: Kolumbien führt mit internationaler Unterstützung Krieg gegen eine Droge, deren Anbau und Produktion erst durch den Konsum in den USA und Europas so lukrativ wurde. Ein Krieg, der nicht zu gewinnen scheint und unzählige „Kollateralschäden“ fordert.

Der Film „balanciert“ ohne Wertung durch den verworrenen Konflikt in Kolumbien, in dem er einfach nur Menschen zuhört statt alles erklären zu wollen. Koproduzent ist übrigens der deutsch-türkische Filmregisseur, Drehbuchautor, Darsteller und Produzent Fatih Akin, der unter anderem für „Gegen die Wand“ und „Soul Kitchen“ bekannt ist.
Christina Bell

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